Vom ersten “Muss” zum zweiten “Muss”

14.05.2015 – 18.5.2015

Um weiter Richtung Osten zu gelangen, müssen wir erst ein Stück nach Norden und im großen Bogen die Bucht von Antalya umfahren. Den Ort selbst besichtigen wir nicht, da wir letztes Jahr schon einen kurzen Stopp hier eingelegt hatten und Bettenburgen sowieso nicht so ganz unser Ziel sind. Nach Manavgat zieht es uns wieder in die Berge und wir starten ein Experiment. Die Karte zeigt uns eine vielversprechende Runde von ca. 250 km bei welcher wir schlussendlich in Aydincik wieder auf die Küstenstraße treffen würden. Es gibt nur eine Unsicherheit, auf der Karte ist ein Teilstück nur mit ganz dünner Linie dargestellt und im Navi ist sie gar nicht vorhanden. Wir fragen anfangs also einen Einheimischen, welcher uns glaubhaft zu verstehen gibt, es geht. Also starten wir. Anfänglich noch durch einige Bergdörfer führt uns die Strecke auf guter, aber schmaler Straße durch ein Canyon artiges Tal immer auf etwa halber Höhe mit schwindelerregenden Blicken in die Tiefe.

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Komisch kommt uns aber vor, dass fast keine weiteren Fahrzeuge unterwegs sind. Es ist später Nachmittag und wir suchen nach einem schönen Plätzchen für die Nacht. Es scheint fast aussichtslos als wir doch noch eine Erweiterung unten im Flusstal mit schönen Flächen, und ganz wichtig, einer Zufahrt entdecken.

Am nächsten Morgen bekommen wir Besuch, wie sich herausstellt, vom Bürgermeister des naheliegenden Dorfes. Die üblichen Fragen, woher, wohin und warum. Nach einem gemeinsamen Blick auf die Karte gibt er uns zu verstehen, dass besagter Abschnitt für unser Fahrzeug zu gefährlich wäre, da sehr schmal, zu schräg und daher absturzgefährdet. Wir sind zwar für etwas Abenteuer, aber nicht lebensmüde. Deshalb kehren wir schweren Herzens um und finden zum Glück eine andere und fast noch schönere Rute, wieder durch einen Canyon, zurück.

Da die Strecke ein wirklicher Tipp ist, möchten wir sie kurz erklären. Übrigens auch für normale nicht allzu monströse Wohnmobile mit kampferprobter Besatzung machbar. Außer den beschriebenen Stellplatz, da kommt man ohne Allrad nicht wieder hoch! Aber auf der Rücktour gibt es noch einige schöne, gut befahrbare Übernachtungsplätze. Also nach Manavgat auf die “695” Richtung Konya, nach ca. 25 km nach Osten Richtung Gündogmus, diesen Ort rechts liegen lassen und weiter bis kurz vor Akyar. Dort ist beschriebener Übernachtungsplatz. Sollte es vielleicht doch jemand weiter versuchen wollen (Bitte unbedingt um Rückmeldung!). Dann auf die “340” wieder Richtung Süden auf die Küstenstraße. Wer also wie wir wieder zurück muss, fahrt diesmal durch Köprülü und dann Richtung Güzelbag und weiter nach Süden und kommt dann kurz vor Alanya wieder auf die Küstenstraße. Bei Bedarf können wir auch den Tracklog für die Strecke schicken.

Wir fahren weiter auf der Küstenstraße ohne längere Stopps, da wir die Strecke bis Aydincik schon kennen. Der weitere Abschnitt bis Silifke ist nur dünn besiedelt und verläuft über weite Strecken an schöner Steilküste, nur der Fahrer sollte hier nicht allzu lange den Ausblick genießen. Ab Silifke wird dann alles wieder flacher und wieder stark besiedelt, hauptsächlich mit einer fast nahtlosen Aneinanderreihung von Urlaubszentren. Hier machen dann hauptsächlich Türken aus dem Osten Urlaub.Wir machen Bekanntschaft mit einer typischen türkischen Eigenart: Picknicken am Straßenrand, wo wir uns gerne der liebsten Freizeitbetätigung der Türken anschließen: grillen. Die Türken sind laut allen Reiseführern und den ADAC-Angaben für ihre gewöhnungsbedürftige und eigenwillige Fahrweise mit viel Huperei bekannt. Das Hupen ist eine Art der Kommunikation und Matthias macht schnell mit. Obwohl es zwei Spuren sein sollen, rollt der Verkehr hupend und drängelnd auf bis zu fünf Spuren.

In der Millionenstadt Mersin fragen wir nach dem Weg, als Cemal mit seinem VW-Bus neben uns hält und sich als Lotsen anbietet. Er lotst uns aber erst in sein Restaurant auf ein nettes Gespräch bei, wie könnte es anders sein, einem Glas Tee. Er hat 16 Jahre in Deutschland gelebt und sich vom Ersparten seine Altersversorgung, in Form des Restaurants, gesichert. Und wie man auf dem Bild erkennen kann, haben sich die Männer auf Anhieb gut verstanden!

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Wir sollten unbedingt noch einige Tage bei ihm und seiner Frau bleiben, aber wir mussten dankend ablehnen, wir haben ja noch andere Pläne. Vielleicht ein andermal. Mersin ist übrigens eine sehr moderne, eigentlich erstaunlich westlich wirkende Stadt mit sehr viel jungen Menschen.

Begegnungen dieser Tage:

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Wir verlassen die Küstenstraße in Tarsus gen Norden zu unserem zweiten “Muss”, Richtung Kappadokien. Wir nehmen aber nicht die langweilige Autobahn, sondern die Nebenstrecke über Pozanti, Kavlaktepe, Derinkuyu und Nevsehir nach Göreme. Der schönste Teil der Strecke ist der nach Pozanti bis etwa Kavlaktepe. Hier begleitet uns der “Ala Daglar” Gebirgszug mit schneebedeckten 3000er Bergen. Dann geht es weiter durch große Hochebenen, die im Schnitt 1500m hoch liegen. Hier sind wir nun wieder im Frühling angekommen. Die Obstbäume stehen in voller Blüte und die Bauern bestellen gerade ihre Felder. In Cat, einem kleinen Dorf ca. 20 km vor Göreme, verspricht uns der Reiseführer ein ursprüngliches Dorf und eine schöne Wanderung durch ein Tal mit den hier so berühmten Höhlenwohnungen. Vom erwarteten Touristenrummel war gar nichts zu spüren, wir waren die Einzigen. Schließlich hatten wir sogar noch Probleme den Einstieg zur Wanderung zu finden. Es hat sich aber wieder Erwarten sehr gelohnt, so gelohnt, dass wir noch mal hin wollen, da uns ein Gewitter an der vollen Durchwanderung gehindert hat. Wie gesagt, wir hatten das ganze Tal für uns.

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Unseren Übernachtungsplatz haben wir wieder, wie voriges Jahr, auf dem Aussichtspunkt nahe Göreme bezogen, und können hoffentlich morgen früh gegen 6.00, wieder an die hundert bunten Heißluftballons bestaunen.

Durch das Bergland zur Südküste.

07.05.2015 – 13.05.2015

Der Schwerpunkt unserer Reise soll ja wie schon erwähnt die Osttürkei sein, es gibt da aber noch zwei Ziele im Westteil, welche wir, obwohl wir voriges Jahr schon da waren, unbedingt noch einmal ansteuern wollten. Eines davon ist Cirali an der Südküste. Wir fahren aber diesmal nicht entlang der Küste, sondern durch das nicht minder reizvolle bergige Hinterland. In vier Tagen ging es ab Lapseki über Biga, Can, Balikesir, Savastepe, Soma, Akhisar, Alasehir, Denizli, Sögüt, Kas und Kale, nach Cirali. Diese Strecke führte größtenteils durch üppig grüne Gebirgslandschaft mit zum Teil noch schneebedeckten Bergen. Wo es möglich ist, wird intensiv Landwirtschaft betrieben. Den höchstgelegenen Acker sahen wir in 1700 m Höhe! Die Felder sind super gepflegt, aber in den Dörfern dann eher rustikale Zweckmäßigkeit. Zwischen Salihli und Denizli durchfährt man ein riesiges Tal mit nicht enden wollenden Weinfeldern. Vor Kas sollte man nicht die Hauptstrecke über die “350” und “400” nehmen, sondern eine spannendere Nebenstrecke über mehrere Pässe und traumhafte Landschaft. Dazu in Bekciler von der “350” abfahren, vor Elmali dann Richtung Yuva, Mursal, Akcay nach Kas. Anfangs ist die Straße etwas schlecht, aber schon nach wenigen Kilometern sehr gut. Eine weitere empfehlenswerte Abweichung von der Hauptstrecke ist gleich am Anfang der Tour: Von Lapseki startend nicht die Hauptstrecke “200” Richtung Biga nehmen, sondern die Parallelstraße über Sahinli. Da fährt man praktisch allein durch Wald, vorbei an Wiesen Feldern durch einige Bergdörfer mit freundlich grüßenden Menschen, eine wunderbare Einstimmung auf dieses tolle Land!

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Als wir bei einem der unzähligen frei zugänglichen Wasserstellen unseren Tank füllen, kommt ein alter Mann zu uns und begrüßt uns freundlich lächelnd mit dem Wort “Hozgeldiniz” (Herzlich Willkommen), würden wir das auch tun?

Für uns gibt es aber seit der Türkei doch eine große Sorge: Manuela leidet unter starken Rückenschmerzen so sehr, dass sie anfangs nicht mehr aufrecht stehen konnte. In Savastepe mussten wir ein Krankenhaus aufsuchen, wo sie sehr freundlich und sogar bevorzugt behandelt wurde.

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Es wurde Bandscheibenvorfall festgestellt und Manuela bekam eine Spritze. Zu unserer Verwunderung war die Behandlung kostenlos, lediglich die verschriebenen Medikamente mussten bezahlt werden. Danach ist zwar eine Besserung eingetreten, aber schmerzfrei war sie noch nicht. Deshalb haben wir einen bekannten in Kas angerufen welcher uns noch einen Termin bei einer Therapeutin besorgt hat. Das hat dann noch mal gut geholfen, sodass wir hier in Cirali schon wieder eine Wanderung nach Olympos, eine kleine Radtour und mit Burkhard und Carola, Reisebekanntschaft aus Innsbruck (schon zum 2. Mal getroffen), eine Nachtwanderung zu den “Ewigen Flammen”. Hier schlagen seit Tausenden von Jahren die von natürlichen Gasen gespeisten Feuer aus dem Felsgestein. Bei einer Flasche Wein sehr romantisch und unbedingt eine Empfehlung. Stirnlampen nicht vergessen!!!

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Nach drei Tagen haben wir dann, etwas wehmütig, diesen wirklich schönen Ort, Richtung Osten verlassen. Wehmütig auch aus folgendem Grund: Wir waren ja nun schon zum dritten Mal hier, zuerst vor zwanzig Jahren, und waren froh, dass sich dieser Ort sein dörfliches Flair erhalten hat. Jedoch mussten wir jetzt erfahren, dass nun doch Bemühungen im Gange sind, diese herrliche Bucht mit Hotelklötzen zu verschandeln. Die Bewohner wehren sich zwar heftig dagegen, aber ob sie da eine Chance haben?  Also wer es noch so erleben möchte sollte, sich beeilen.

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Stellplatzhinweis: Wir haben bisher immer unbehelligt am Ende des Dorfes direkt am Strand gestanden. Diesmal wurden wir aber höflich gebeten etwas weiter hinten zu stehen, da die Zeit beginnt, in der die Wasserschildkröten ihre Eier am Strand vergraben. Absolut verständlich, war aber letztes Jahr nicht das Thema, da wir eher hier waren. Also man fährt im Ort auf der dem Strand naheliegenden Straße bis zum Ende. Dabei kommt man automatisch zum Ende der Bucht, wo einige Ausflugsboote liegen. Dort darf man stehen, oder etwa 100 Meter landeinwärts auf einer großen Fläche, auch schön schattig möglich, unter einer großen Pinie. Blick zum Meer auch noch vorhanden.

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N36°25´18,2”  O30°29´34,4”

Von Montenegro über Albanien, Mazedonien und Griechenland in die Türkei.

01.05.2015 – 06.05.2015

Von unserem Lieblingsplatz in Montenegro war es nur noch ein kurzes Stück bis zur albanischen Grenze. Da wir nun schon zum dritten mal in diesem Land sind, hatten wir beschlossen nur Hauptverbindungsstraßen zu benutzen. Allerdings muss man sagen, wer das Land nur so quert, hat Albanien nicht wirklich erlebt.  Deshalb haben wir dann doch noch einen kurzen Schwenk in ein abgelegenes Seitental gemacht und bei einer Radtour “unser Albanien”, so wie wir es kennen, erlebt.

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Ab dem Ohridsee, dem angeblich tiefsten und saubersten See Europas, dann für uns Neuland im wahrsten Sinne des Wortes: Auf einer schmalen Nebenstrecke, am südöstlichen Ende des Sees, erreichten wir den Grenzübergang nach Mazedonien. Dort dann ziemlich lang gewartet. Die Grenzer nahmen alles sehr genau. Vermutlich ist Mazedonien aufgrund seiner niedrigen Preise bei Einkaufstouristen sehr beliebt. Zugegeben, auch wir waren darüber sehr erfreut und haben unsere Dieseltanks beide randvoll gefüllt (0,90 €/L) und unsere Vorräte ergänzt. Am schöneren Ostufer des Ohridsees dann auch übernachtet. Am nächsten Tag erkundeten wir den wirklich wunderschönen Ort Ohrid mit dem Rad.

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An diesem Tag dann im Landesinneren an einem Bergsee übernachtet und mit vier mazedonischen Anglern einen feuchtfröhlichen Abend erlebt.

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Und hier bei der Beseitigung der Nachwirkungen der Party!

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Trotz alledem sollte es am nächsten Tag noch an die griechische Küste zu einem von uns schon voriges Jahr benutzten Strand-Stellplatz gehen. Die Einreise nach Griechenland ist so, wie man es in Europa erwartet: schnell, freundlich und unkompliziert. Gegen 17.00 ist der Stellplatz erreicht und zu unserer Freude ist alles noch so schön wie letztes Jahr. Hier bleiben wir noch einen weiteren Tag am Strand und mit einer Radtour entlang der Küste war auch der sportliche Teil bedient.

Nun wird es aber Zeit zu unsrem Hauptziel unserer Reise, der Türkei, zu gelangen.

Schon die Einreise in die Türkei bei Ipsala

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ist, wie auch schon letztes Jahr, von Freundlichkeit der Türken geprägt. Wir dürfen passieren, haben schnell den Stempel im Pass und zusätzlich eine Eintragung zum eingeführten Fahrzeug mit dem letztmöglichen Ausfuhrtermin. Diesen sollte man unbedingt einhalten, da sonst empfindliche Strafen drohen, angeblich bis zum Verlust des Fahrzeuges. In Gelibolu rollen wir dann auf die Fähre und sind in ca. einer halben Stunde im asiatischen Teil der Türkei. Gleich nach der Ankunft fahren wir an einen Platz, welchen wir schon letztes Jahr bei der Rückreise vom Schiff aus als den idealen Platz zum “Ozeanriesen schauen” auserkoren hatten. Durch diese Engstelle müssen nämlich alle Schiffe, welche zwischen Mittelmeer und Schwarzen Meer pendeln. Mit Feldstecher und einem Glas Rotwein in der Hand, ein äußerst interessanter Zeitvertreib.

Entlang der Küstenstraße Nr. 8 bis Montenegro

26.04.2015 – 30.04.2015

Unser Weg nach Süden wird durch einen kleinen Schlenker nach Westen unterbrochen, denn wir setzen mit einer kurzen Fährüberfahrt auf die so beliebte Insel Rab. Diese lässt sich wegen ihrer geringen Größe und des gemäßigten Autoverkehrs, recht gut mit dem Rad erkunden. Das haben wir dann auch getan. Die meisten Orte lagen aber noch im “touristischen Winterschlaf”. Nur im Hauptort der Insel, dem Städtchen “Rab”, waren die ersten Touristen eingetroffen. Hier hatten wir dann das Glück, zufällig einer alljährig stattfindenden Prozession beiwohnen zu können. Die Insel ist im Osten sehr karg, aber im Westen angenehm grün. Trotzdem stellte sich uns anschließend die Frage, ob das 56,- € für die Fähre wert war, zumal für freie Übernachtung fast keine attraktiven Möglichkeiten vorhanden sind.

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Auf der Weiterfahrt dann folgende Situation: Wir haben eine schon leicht ”angerötete” Baustellenampel passiert, als plötzlich ein “auf der Lauer liegender ” Polizist mit seinem Motorrad aus der Seitenstraße kommend uns stoppte. Alles soweit in Ordnung, aber ein noch nach uns fahrender Einheimischer wurde mit einigen Worten weitergeschickt und wir sollten 2000 Kuna (ca.290,-€) Strafe zahlen. Das wurde natürlich unsererseits moniert, und nachdem Manuela dann noch ihn und sein Motorrad fotografiert hatte, ging es auf einmal mit nur einer Ermahnung ab. Glück gehabt!

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Unser nächstes Ziel war “Zadar”. Hier haben wir es mit einem Stadtbummel durch die Altstadt und einigen Einkäufen auf dem Wochenmarkt recht kurz gehalten. Weiter auf der wunderschönen Küstenstraße, vorbei an Split, zu unserem mittlerweile 3. Anlauf ”Dubrovnik” zu besichtigen. Nie war es uns gelungen, einen Parkplatz zu ergattern. Unsere neue Strategie ging voll auf: Übernachtung auf unserem mittlerweile “Stammplatz”, auf dem Hausberg des Ortes, mit traumhaftem Blick auf die Stadt. Hinunter und wieder herauf zu Fuß (ziemlich schweißtreibend, aber sehr schön), oder man wählt die bequemere Variante mit der Seilbahn. Jedenfalls haben wir den Besuch in Dubrovnik sehr genossen.

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Von Dubrovnik bis Montenegro war es dann, mit einigen Kilometern durch Bosnien, nur noch eine kurze Etappe. Hier ist die Küstenstraße auch sehr schön, aber für freie Übernachtung auch kaum noch eine Chance. Deshalb haben wir wieder unsere alte Stelle angesteuert, von der wir meinen, das es mittlerweile der letzte Platz hier in Montenegro ist, an der man so schön frei am Meer stehen kann. Und weil es hier so schön ist, haben wir gleich noch einen Ruhetag angehängt.

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Im Schleichgang bis Kroatien

18.4.2015 – 25.4.2015

Nach dem Stress der letzten Wochen ist es uns doch recht schnell gelungen einige Gänge herunterzuschalten. Dazu haben nicht zuletzt die Treffen mit netten, alten Reisebekanntschaften beigetragen. Danach ging es auf Nebenstrecken durch die wunderschönen Alpen, über Österreich, Slowenien bis hierher in den Norden von Kroatien. Und wir haben es tatsächlich ab Österreich geschafft, ohne Autobahn auszukommen. Dabei folgenden “Geheimtipp” entdeckt: grandiose Strecke im Ländereck zwischen Italien, Österreich und Slowenien. Über den Wurzenpass durch den Triglav-Nationalpark nach Slowenien einreisen. Die Strecke ist kaum befahren, keine Lkws da relativ schmal und auf 7,5 T beschränkt. Lohnt unbedingt!

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 Kroatien hat uns etwas unfreundlich mit starken Gewitter begrüßt, aber alles ist wieder gut. Sind an einem uns vom letzten Jahr bekannten Stellplatz gelandet und genießen den Blick zu der Insel “Krk”.

Vorwort

Da wir im vorigen Jahr den Westen der Türkei erkundet hatten und wir total begeistert von dieser Tour waren, stand damals schon fest, dass es nächstes Jahr der Osten sein muss. Ab diesem Jahr sind wir in der überaus glücklichen Lage, länger bleiben zu können. (So Gott will, bis Mitte September) Deshalb soll es danach noch über Georgien, Russland, Ukraine, Slowakei und Tschechien wieder in die Heimat gehen. So zumindest der Plan. Leider kann sich das durch die politische Lage in der Ukraine noch ändern. Die Krim fällt da ja sowieso schon weg. Ein einziges Trauerspiel!

Fazit

Trotz der unerwartet häufigen Schlechtwetterperioden war es wieder ein toller Urlaub mit traumhaften Landschaften und interessanten und bewegenden Begegnungen mit Menschen anderer Nationen – und Kulturen. Wir hatten in keinem der Länder, immerhin waren es zwölf, jemals das Gefühl, nicht willkommen oder gar ernsthaft bedroht zu sein. Im Gegenteil, hier möchten wir allen voran die Türken und die Albaner nennen, (hier waren wir nun mal die meiste Zeit) die Gastfreundschaft, Offenheit und Hilfsbereitschaft war überwältigend.  Um das so erleben zu können, ist es natürlich Voraussetzung, dass man mit den Menschen in Kontakt kommen will. Jedoch, in fast allen bisher von uns bereisten Ländern war es so, dass man als Gast den ersten Schritt tun muss (uns persönlich ist das mittlerweile auch lieber so) und man wird in den allermeisten Fällen staunen, wie schnell, trotz Verständigungsproblemen, das Eis bricht. Gestaunt haben wir auch über das komfortable Straßennetz, zumindest im von uns bereisten Westen der Türkei. Alle Fernverkehrsstraßen sind mindestens dreispurig ausgeführt und fast immer in prima Zustand. Auch Nebenstraßen, mit Ausnahme einiger total abgelegenen Gebirgspisten, müssen den Vergleich mit deutschen Nebenstrecken nicht fürchten. Überhaupt sind wir der Meinung, dass die Türkei mit großen Schritten zu einer leistungsstarken Wirtschaft heranwächst. Das ist zumindest unser visueller Eindruck. Diese Reise führte uns durch wesentlich ärmlicher erscheinende Länder, die allerdings schon EU – Mitglied sind. Die Türkei ist für Individualreisende, ob mit Pkw oder gar Wohnmobil, das ideale Land. Mit Wohnmobil kann man fast überall und an den schönsten Stellen frei stehen (es gibt natürlich auch Campingplätze in allen Kategorien) und für Pkw – Reisende gibt es auch immer eine Unterkunft, ob vom einfachen Backpacker Zeltplatz, bis zur komfortablen 5 Sterne Unterkunft, und diese nicht nur in den bekannten Bettenburgen. Einen Kritikpunkt wollen allerdings nicht verschweigen: Der fast allgegenwärtige Müll ist für unser verwöhntes Auge sehr störend. Obwohl überdimensionale Mülltonnen immer in erreichbarer Nähe sind, ist es erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit den meisten Menschen die geleerte Verpackung aus der Hand fällt. Da ist es aber auch egal, ob es der junge Bengel oder der ehrwürdige alte Herr ist. Wir sind uns aber sicher, dass auch das in diesem aufstrebenden Land nur noch eine Frage der Zeit ist. Also, nur Mut, es ist da sicherer – und preiswerter als in den meisten beliebten südeuropäischen Reiseländern!

Reisedaten:

Dauer der Reise: 10 1/2 Wochen, davon 7 1/2 in der Türkei.

Länge der Tour: 11800 Km.

Über und entlang der Alpen zum Bodensee und danach nach Hause.

21.05.2014 – 25.05.2014

21.05. Bis zum Mittag genießen wir noch unseren Platz am Gletscherfluss

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und fahren dann hinein in die wundervolle Welt der Alpen, mit Kurs Salzburg. Dort sind wir mit einem Ehepaar zu einem Erfahrungsaustausch bezüglich Reisefahrzeug verabredet. Nach einem sehr netten Abend übernachteten wir gleich auf ihrem Grundstück.

22.05. Gegen Abend wollen wir bei Freunden in Hagnau am Bodensee sein. Das ist eigentlich eine bequem lösbare Aufgabe. Wir wollen aber durch diese schöne Landschaft, nicht nur stur Autobahn fahren. Der erste Abstecher führt uns über die mautpflichtige “Rossfeld Panoramastraße”.

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Weitere unfreiwillige Abstecher entstanden durch zeitraubende Umleitungen, sodass wir relativ spät am Ziel eintrafen. Wetter: sommerlich

23.05. Ein allzu bekanntes Geräusch weckt uns: Es regnet in Strömen. Sch…, wir wollten doch Rad fahren. So beginnen wir nach dem Frühstück mit einer Besichtigung des hübschen Örtchens Hagnau und siehe da, es klart auf. Wir schwingen uns auf die Räder und erleben, auf der Tour entlang des Bodensee und durch die fein herausgeputzten Urlaubsorte,

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einen kleinen Kulturschock. Wir waren scheinbar zu lange in der Türkei. Hier ist es so piekfein, der Strand ist, bis auf wenige Ausnahmen, fest in privater Hand  und so viele Verbots – und Gebotsschilder wie heute, haben wir während unseres gesamten Türkeiurlaubes nicht gesehen! Eines, an einem der wenigen frei zugänglichen Strandabschnitten, schießt den Vogel ab: “Das Lagern auf der Wiese ist verboten!” Was immer das bedeuten soll.

24.05. Heute ist nun Schluss mit der Hinhaltepolitik, jetzt geht’s ernsthaft Richtung Heimat. Aber natürlich nicht in einem Ruck. Nach mehreren vergeblichen Versuchen finden wir am Brombachsee einen würdigen Platz für den definitiv letzten Abend. Nochmals Grillen, eine Flasche Rotwein – und unsere mittlerweile traditionelle Auswertung der Tour.

25.05. Trotz Einfahrtsverbotsschild eine ruhige Nacht verbracht. Über Roth, südlich von Nürnberg, fahren wir auf die A9 und dann ohne Halt nach Hause. Kurz vor Einfahrt in unseren Heimatort, befällt uns wieder dieses flaue Gefühl im Magen. Wir sind zwar sehr dankbar, dass zu Hause und bei uns alles ohne böse Zwischenfälle verlaufen ist, aber die schöne Zeit ist nun mal vorbei und wer weis was so alles zu erledigen und welche Probleme zu lösen sind. Alles erfährt man, zum Glück, unterwegs nun doch nicht. Was soll´s, die nächsten Pläne sind geschmiedet.