Schwarzes Meer und Ringerfestival in den Bergen

 

17.07.2015 – 24.07.2015

Am heutigen Tag ist sehr viel Verkehr auf den Straßen. Das liegt sicherlich am Zuckerfest, dem ersten Tag nach der Fastenzeit. Man feiert 3 Tage, hauptsächlich im engeren Familienkreis und demzufolge ist doch recht viel auf den Straßen und an den Stränden los. Als ein Ausweg aus dem Trubel erscheint uns ein auf Plakaten umworbenes Ringerfestival, abseits in den Bergen. Also fahren wir in Ordu wieder Richtung Ulubay in die Berge. Nach einiger Fragerei finden wir das kleine, aber sehr schöne Dorf Güzeleyurt. Wir sind einen Tag zu früh dran und werden überaus herzlich und neugierig begrüßt. Es scheint hier wirklich die absolute Ausnahme zu sein, dass ausländische Touristen erscheinen. Wir wurden vom Bürgermeister persönlich begrüßt und er hat uns auch freie Platzwahl für Übernachtung gewährt. Am Abend waren wir dann noch bei einer netten türkischen Großfamilie zu Gast. Zwei der Familienmitglieder waren aus Deutschland zum Heimaturlaub angereist, was wiederum für uns wegen der Verständigung von großem Vorteil war.

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Am nächsten Tag eröffnete eine Gruppe in historisch, osmanisch gekleideten Uniformen, mit Musik und Gesang das Festival.

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Die Kämpfe finden auf einer großen Rasenfläche statt und es kämpfen bis zu vier Paare gleichzeitig, was die ganze Veranstaltung kurzweilig machte. Interessant noch, vor den Finalkämpfen wurde unter den Gästen der Schirmherr und somit auch der Zahlemann für das Festival versteigert. Überraschend für uns, es wurde eifrig geboten und schlussendlich ging das Ganze für den Schnäppchenpreis von 45.000 TL (15.000 €) „über den Tisch“.

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Wir hatten erfahren, dass nur 2 Tage später, im etwa 50 km entfernten Aybasti, ein noch bekannteres Ringerfestival stattfinden soll. Dort werden die Ringer aber vor dem Kampf mit Öl eingerieben. Also, Motor an und weiter hinein in die Berge. Auf dem Weg dahin Musik, wir halten nur kurz, und schon sind wir wieder einmal mitten in einer türkischen Hochzeit. Der Hinweis, man wolle mal nur kurz von Weitem schauen, hilft da wirklich nicht. Beim Ausparken in der Dunkelheit passiert mir dann noch ein Missgeschick, ich verpasse ausgerechnet einem der Gästeautos eine leichte Beule. Die Aufregung hielt sich in Grenzen, es war glücklicherweise eine „alte Möhre“ und einmal mehr hat uns unser treuer „Begleiter“ Mehmet telefonisch bei der Schadensregulierung geholfen. Mehmet nochmals tausend Dank!!!

Das Festival selbst war uns dann doch mehrere Nummern zu groß aufgezogen. Es war ein riesiger Rummel, bei welchem das Drumherum wichtiger erschien als das Ringen selbst. Tausende Menschen kamen mit allen nur möglichen Fortbewegungsmitteln und wir konnten das Verkehrschaos, gerade noch rechtzeitig, wieder verlassen. Da war doch das erste Festival viel schöner!

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Der Abstecher ab Ordu in die Berge über Ulubay, Gölköy, Aybasti und wieder zur Küste nach Fatsa ist aber trotzdem sehr zu empfehlen, weil landschaftlich sehr schön und eine gute Alternative fürs Wochenende, da dann in der Saison alle Strände hoffnungslos überfüllt sind. Aus diesem Grund (es war Sonntag) haben wir uns erst am Abend, auf der Halbinsel zwischen Ordu und Fatsa, einen Übernachtungsplatz gesucht und waren, als dann der Spuk vorbei war, bis zum folgenden Vormittag völlig allein am Strand. Allerdings will man da 40 TL Gebühr haben (Toilette, Stranddusche).

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N41°6`47,0„ O37°42`45,0„

Auf der Weiterfahrt dann wieder das bereits beschriebene Erlebnis mit dem Stellplatz, den man am Vortag sucht, aber erst am nächsten Morgen nach der Weiterfahrt findet. Diesmal eine lauschige Badebucht in einem winzigen Dorf. Es gibt auch zwei kleine Lokantas und man kann neben der Moschee, direkt am Strand, sehr schön stehen. Toilette und Wasser in der Moschee.

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N41°3`56,5„ O37°36`58,7„

Wir umfahren die Halbinsel weiter Richtung Fatsa und finden am kleinen Hafen des Dorfes Medreseönü ein kleinen Fischladen des örtlichen Fischers und können bei ihm fangfrische Mesket erwerben. Das sind recht kleine aber sehr köstliche Fische. Uns schmecken sie am besten nur mit Pfeffer und Salz gewürzt, leicht paniert und in Knoblauchöl goldbraun gebraten. Man kann da problemlos 10 Stück. verdrücken. Im Hafen kann man übrigens auch recht ruhig und romantisch übernachten, und wenn man über die Mole klettert, auch baden oder angeln. N41°4`48,7„ O37°37`40,8„

Danach entdecken wir, welch Wunder, seit Trabzon, den ersten wirklich „wilden“ Strand. Dieser ist ca. 2km lang, liegt abseits der nervigen Hauptstraße und bietet am Sandstrand, neben einer kl.Fahrstraße und auf Wiese zahlreiche Stellplätze. Grund genug eine Nacht zu bleiben. Abfahrt von der Hauptstraße: N41°8`48,7„ O37°7´58,2„

Vor Carsamba entfliehen wir wieder der 4-spurigen Schnellstraße und tauchen in eine andere Welt ein. Hier hat sich eine riesige Schwemmlandhalbinsel gebildet, auf der sich viele kleine Dörfer und einzelne Höfe angesiedelt haben. Es ist da im Gegensatz zu der doch sehr dicht besiedelten und lebhaften Küste, sehr ruhig und beschaulich. Vor allem für Vogelfreunde sollte es hier aufgrund der vielen Wasserarme und kleinerer Seen, recht interessant sein. Man braucht da aber eine gute Karte oder Navi (sehr viele Fahrwege und kaum Beschilderung), es ist wie ein großer Irrgarten! In Samsun dann eine weitere Überraschung. Hier gibt es eine sehr schöne, etwa 15 km lange Strandpromenade mit Strandduschen, Toiletten, vielen Strandlokalen und ich bin mir sicher, dass man an einem der vielen Parkbuchten auch Stadt nah, aber trotzdem ruhig übernachten kann. Wer es, wie wir, doch etwas uriger mag, kann der Promenade bis zum westlichen Ende folgen und dort am 6 km langen Sandstrand in die Fluten springen. Befestigter Fahrweg ist vorhanden. Die gesamte Promenade lässt sich übrigens auch sehr gut beradeln. Koordinaten, „wilder Strand“ : N41°22`26,6„ O36°13`43,7„

Über Bafra erreichen wir Alacam, von wo wir erneut ins Landesinnere fahren, weil wir bereits letztes Jahr die Küste zwischen Bafra und Bartin erkundet hatten. Die erste Etappe führt uns zum 150 km langen Altinkaya Stausee und danach weiter über Duragan, Boyabat, Tasköprü auf sehr schöner, ruhiger und abwechslungsreicher Strecke durch die Berge nach Kastamonu. Hier wieder ein längerer Halt für einen Stadtbummel und Erledigungen. Dieser sehr gepflegte Ort ist unbedingt eine Besichtigung wert. Hier parkt man am besten in der Nähe der Altstadt. Von einer alten Moschee, über der Stadt, hat man einen sehr schönen Blick und der Basar ist auch gleich in der Nähe. Leider scheinen einige der historischen Gebäude, trotz zaghaft beginnender, einzelner Restaurierungsmaßnahmen, unrettbar verloren. Die Stadt wächst dafür an anderen Stellen rasant, aber nicht unschön. Die meist mehrgeschossigen Neubauten sind architektonisch und farblich sehr schön gestaltet.

Nach dem Ort fahren wir auf empfehlenswerter Nebenstraße über Ihsangazi nach Arac und weiter nach Karabük (sehr gute Einkaufsmöglichkeiten). Von hier dann im großen Bogen, weiter durch die Berge, über Yenice und Caycuma nach Bartin. Hier wollen wir unser Glück an den auf der Karte verzeichneten Stränden versuchen. Zwei Anläufe enden in einem Chaos aus Blech und fast übereinanderliegenden Sonnenanbetern. Erst der dritte Versuch ist erfolgreich, aber nur weil wir unsere Datenbank vom Vorjahr zu Rate gezogen hatten. Als wir uns der Position nähern, erkennen wir die kleine Badebucht an der Steilküste wieder. Wir sind zwar dieses Mal nicht allein (letztes Jahr waren wir im Mai hier), aber hier hält sich der Ansturm in erträglichen Grenzen und über Nacht waren wir bis auf zwei deutsche (mit türkisch-stämmiger Besatzung) und ein türkisches Wohnmobil wieder allein. Mit diesen Campern erlebten wir dann zwei feucht-fröhliche Abende und nach einem erholsamen Strandtag ziehen wir weiter Richtung Westen.

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N41°46`26,3”O32°28`1,7”

Vom Vansee zum Schwarzen Meer

 

13.07.2015 – 16.07.2015

Nach 2 schönen Tagen zum Entspannen und Nachdenken am Vansee entstand folgender neuer Plan: Wir werden nicht wie geplant, über Georgien, Russland, Ukraine, Slowakei und Tschechien nach Hause fahren, sondern wir wollen die 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung für die Türkei ausschöpfen und dann über Bulgarien ausreisen. Begründung: Es ist einfach zu schön hier und wir haben immer noch nur einen Bruchteil dieses tollen Landes bereist. Außerdem zeigt uns mittlerweile die Erfahrung, dass diese ursprünglich geplante Rückreiseroute alleine schon einen Urlaub wert ist und somit haben wir auch gleich einen Plan für eine der nächsten Reisen.

Also neuer Plan: Nach Nord-Ost Richtung Schwarzes Meer und an der Küste entlang bis Bafra (von da an hatten wir letztes Jahr die westliche Hälfte der Schwarzmeerküste erkundet) danach wieder durch das Landesinnere und schließlich zur Ausreise, bis spätestens 29.07.2015, nach Bulgarien. So sich nicht noch einmal was ändert.

Wir fahren also bis zum östlichen Ende des Vansees und über Ercis,

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Patnos,Tutak, Güzelhisar und Pasinler erreichen wir, größtenteils auf Nebenstrecken und durch sehr abwechslungsreiche Berglandschaft mit mehreren Passüberquerungen, schließlich Erzurum die größte Stadt Ostanatoliens.

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In diesem von 3000ern umgebenen Ort dann ein längerer Stopp für Besorgungen und eine kurzen Stadtbesichtigung, wobei das Wahrzeichen der Stadt, die berühmte Cifte Minareli Medrese, eine der wenigen Hingucker des ansonsten eher recht nüchternen Ortes ist. Grund hierfür ist ein schlimmes Erdbeben im Jahre 1939. Bekannt ist die Stadt auch durch ihr besonders frostiges Klima mit Temperaturen bis – 40 Grad.

 

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Unser nächstes Ziel war das Kloster Sumela im Altindere Vadisi Nationalpark. Dazu fuhren wir über Askale und Bayburt bis ca. 20 km vor Gümüshane, von wo unsere Karte eine vielversprechende Piste quer durchs Gebirge, bis zum Kloster verspricht. Alles begann ganz easy auf Teerstraße. Später dann Schotter aber immer noch gut zu fahren. Mit zunehmender Höhe dann dichter Nebel mit Sichtweiten unter 10 m. Wir fahren Schrittgeschwindigkeit und mit Warnblinkanlage (selten begegnen uns Einheimische, aber ohne Licht). Es kommen unzählige Abzweige, welche unsere Karte „nicht kennt“ und unser Navi „sagt“, diese Strecke ist nicht durchgängig. Als wir uns im dichten Nebel hoffnungslos verfahren haben, taucht wie aus dem Nichts ein „Engel“ in Gestallt eines alten Mannes, der auch noch zufällig dahin mitgenommen werden will, wo wir eigentlich hin wollten. Ohne ihn hätten wir nie geglaubt, dass diese grottenschlechte Schlammpiste der richtige Weg ist. Ende gut, alles gut, schlussendlich erreichen wir glücklich den Startpunkt für den Aufstieg zum Kloster und auch der Nebel ist hier unten gering, sodass wir zu einer Besichtigung starten können. Dieses griechisch-orthodoxe Kloster schmiegt sich 250 m über dem Fluss Altindere eindrucksvoll an eine steile Felswand. Leider konnten hier nicht alle der mutwilligen Zerstörungen aus dem letzten Jahrhundert, durch Restauration wieder hergestellt werden. Dennoch ist die Anlage, auch trotz der ungewohnt vielen Touristen, unbedingt einen Besuch wert.

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Natürlich gibt es über Trabzon und Macka auch eine gut ausgebaute Straße dahin. Am Parkplatz dann noch eine Überraschung, endlich mal ein Wohnmobil und auch noch mit deutschem Kennzeichen!!! Es war aber ein nettes Paar aus den USA, welche sich das Fahrzeug bei Freunden in Deutschland ausgeliehen haben und schon genau so lange in der Türkei touren wie wir.Die Beiden wollten am Parkplatz übernachten. Uns zog es aber fort aus dem Nebel, hin zum Schwarzen Meer, in der Hoffnung auf einen sonnigen und einsamen Übernachtungsplatz! Das mit der Sonne hat sogar geklappt, aber der Traum vom Rest zerplatzte wie eine Seifenblase. In Trabzon unser erstes wirkliches Verkehrschaos der gesamten Reise. Als wir schließlich den Ort hinter uns hatten, folgte die nächste Ernüchterung, statt einsamer Traumstrände eine vierspurig ausgebaute Rennstrecke, immer direkt an der Küste, sodass für Strand und Badefreuden kein Platz mehr geblieben ist. Schließlich mussten wir einen, wie wir diese Art von Nachtplatz nennen, Notplatz beziehen und erlebten eine etwas laute Nacht, immerhin hier ca. 100 m neben der Straße.

Wohnmobilfahrer kennen die Situation, man sucht und sucht und sucht ewig nach einem schönen Nachtplatz und schließlich entscheidet man sich genervt für einen „Notplatz“. Am nächsten Tag fährt man weiter und entdeckt nach kurzer Zeit den Platz den man am Vorabend gebraucht hätte. Genau das ist uns passiert. Wir sind aber nicht weitergefahren, sondern geblieben, man weiß ja nie, wann man wieder das Glück hat. Hier hat der Straßenneubau mal Vorteile. Der Platz liegt an der alten Straße und die neue verläuft unbemerkt und parallel im Tunnel. Es gibt eine über Treppen erreichbare Badebucht an der Steilküste und eine kleine Lokanta auf deren Parkplatz man bei Picknickhütten stehen kann.

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N40°58`17,9” O38°37`25,0”

Außerdem Toiletten, Strom und WLAN. Allerdings will der Besitzer 20TL (nachverhandelt, ursprünglich 30 TL) von uns haben. Das geht dann so voll in Ordnung. Heute (16.7.2015) ist übrigens der letzte Tag im Ramadan und wir sind schon gespannt wie das morgige Zuckerfest, welches das Ende der Fastenzeit darstellt, gefeiert wird. Dieses ist nach dem Opferfest das zweitwichtigste Fest im Islam.

Gipfel, Kultur und viel Spaß – auf geführter Tour zum Ararat

28.06.2015- 12.07.2015

Das Hauptreisethema sollte ja „Türkei- der Osten“ sein und da steht ja auch der „Ararat “- höchster Berg der Türkei. Den wollten wir natürlich unbedingt sehen, und wenn möglich, auch besteigen. Da das aber nur mit Genehmigung und einigem logistischem Aufwand möglich ist, hatten wir uns für 12 Tage in eine organisierte Tour eingeklinkt- und wir haben diese Entscheidung nicht bereut! Es passte alles auf den Punkt, perfekte Organisation, prima Truppe (sehr wichtig) großes Glück mit dem Wetter am Berg.

Wie schon die Überschrift verrät, ging es nicht nur um Berge, auch etwas Kultur war dezent eingemischt. So besuchten wir am ersten Tag die Surp Khach Kirche auf der Insel Ahtamar. Dabei handelt es sich um eine ehemals armenische Klosterkirche (das Gebiet war ehemals armenisch), welche in den Jahren 915-921 erbaut wurde. Diese ist nicht nur wegen der zahlreichen Reliefs mit überwiegend alttestamentarischen Motiven sehr sehenswert, auch die Lage auf der Insel, mitten im Vansee, beeindruckt schon von Weitem bei der Überfahrt.

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Eine kleine Eingehtour auf den höchsten Punkt der Insel sollte uns dann auf das Kommende einstimmen.

Am späten Nachmittag besteigen wir noch die Zitadelle Van Kalesi und genießen im Abendlicht den Ausblick über die Stadt.

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Am nächsten Tag wird es schon etwas ernster und wir beginnen mit der Höhenanpassung. Dazu besteigen wir den Vulkanberg Nemrut Dagi (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Berg bei Adiyaman), mit der Höhe von 2935 m noch eine leichte Übung. Es folgte die erste Zeltübernachtung, traumhaft schön, mitten im Krater, an einem See.

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Am dritten Tag fahren wir weiter zum Süphan Dagi, dem mit 4058 m dritthöchsten Berg der Türkei.

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Auf dem Weg dahin wieder etwas Kultur mit dem Besuch eines Seldschukisch- Armenischen Friedhofes und etwas Abkühlung im Vansee mit anschließendem Picknick.

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Unser Camp bauen wir dann am Berg in 2500 m Höhe auf. Am späten Nachmittag noch ein kurzer Aufstieg einige Hundert Meter den Berg hinauf, wichtig für die Höhenanpassung. Am nächsten Morgen werden wir um 2 Uhr geweckt. Der Aufstieg auf den Süphan ist nicht gerade ein Spaziergang, es gibt schon erste Ausfallerscheinungen, aber alle kämpfen tapfer und genau 10.15 Uhr feiern wir gemeinsam unseren „Gipfelsieg“!

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Nach dem Abstieg dann noch das Lager abgebaut und nach 4-stündiger Fahrt stehen wir endlich in Dogubayazit unter der Hoteldusche, ein langer Tag.

Am 6.Tag dann wieder Erholung. Am Vormittag Besichtigung des Ishak Pasa Palast, sehr sehenswert und eines der wichtigsten touristischen Ziele der Türkei.

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Nachmittags dann Entspannung in heißen Schwefelquellen. Gut erholt fahren wir am nächsten Tag mit einem geländegängigen Fahrzeug zum Ausgangspunkt unserer Ararat Besteigung, in 2200 m Höhe.

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Nach etwa 5- stündigen Aufstieg wird am Nachmittag in 3380 m Lager 1 erreicht.

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Nach kurzer Kaffeepause noch ein Akklimatisationsaufstieg und am Abend wird für alle ein Schaf geschlachtet. Wer wollte, konnte den Übergang vom glücklichen Schafsleben zum Schafssteak beobachten, nicht unbedingt jedermanns Sache.

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8.Tag. Aufstieg zum Lager 2 in ca. 4200m Höhe.

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Nach nochmaligen kurzen Anpassungsaufstieg

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Abendessen, zeitig Nachtruhe.

Gipfeltag. Nach kurzer und unruhiger Nacht beginnt unser Aufstieg um 1.00 Uhr. Bei unangenehmem Wind geht es bis zur Morgendämmerung, mit Stirnlampe, fast ständig über verblocktes Geröll. Mit der Höhe sinkt die Temperatur und der Wind nimmt stetig zu. Noch dazu haben Einige mit menschlichen Problemen zu kämpfen und Manuela muss sich übergeben. Aber alle kämpfen weiter. Etwa bei 5000 m mussten dann auch noch bei starken Wind die Steigeisen angelegt werden, eine Überwindung, da ich meine Finger schon nicht mehr fühlen konnte. Aber Punkt 6.00 Uhr stehen alle glücklich auf dem Gipfel, auf 5165 m Höhe!!!

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Die Sonne scheint, aber der starke Wind ist zum Sturm geworden. Deshalb halten wir uns nicht allzu lang am Gipfel auf und steigen zügig zum Lager 2 ab. Dort werden wir von Nuri, unserem Koch, mit Obst, Kuchen, Kaffee und Tee liebevoll empfangen. Danach Zelte abbauen und Abstieg zum Lager 1. Dieses erreichen wir 12.00 Uhr und der Nachmittag ist frei zur Erholung.

10.Tag. Abstieg bis auf 2200 m. Von dort werden wir mit dem Bus ins Hotel nach Dogubayazit gebracht.

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Ein gemeinsamer Friseurbesuch der Gruppe war dann ein Riesengaudi. Die Herrenfriseure sind hier wahre Künstler, sodass aus einem Haufen „verwahrloster“ Männer wieder ansehnliche Menschen geworden sind. Die Frauen hatten, auch wenn sie nur zuschauen durften, fast noch mehr Spaß als die Opfer des Geschehens, denn als Abschluss wurde jeder noch gedehnt, gestreckt und eingerenkt, was einer kleinen Folter gleichkahm!

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Der krönende Abschluss des Wellnessnachmittags war dann der Besuch im Hamam mit anschließender Ganzkörpermassage.

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Danach Abendessen bei einer türkischen Familie und später dann im Hotel, waren bei Efes-Bier die Anstrengungen der letzten Tage fast schon wieder vergessen.

Nach dem Frühstück besuchen wir den vermeintlichen Fundort der Arche Noah. Eine Gesteins-und Lehmformation wird für den Schiffsrumpf der Arche gehalten. Man kann das glauben oder nicht, dennoch wertet dieser Ort die Region um eine weitere Attraktion auf.

Als würdiges Ende eines gelungenen, kleinen Abenteuers hat sich der Veranstalter noch etwas Besonderes einfallen lassen: Wir fahren durch ein wunderbar grünes, von Feldern, Wiesen und ursprünglichen Dörfern geprägtes Tal zum Balik Gölü (Fischsee). Dieser liegt einsam auf 2250 m Höhe und wir stellen an seinem Ufer, auf einer großen Wiese unsere Zelte auf. Das Wasser lädt zum Bade und am Abend gibt es reichlich frischen Fisch. Später, am Lagerfeuer mit getrocknetem Kuhdung (es gibt hier oben kein Holz) lassen wir bei Efes, Raki und Tanz mit türkischer Musik, die Sau raus!

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Letzter Tag. Jede noch so schöne Reise muss einmal enden. So bauen wir nach dem Frühstück das Lager ab und fahren zurück, Richtung Van. Wir nehmen aber eine Nebenstrecke nahe der iranischen Grenze. Zwischenziel mit Picknick und Beobachtung einer Flamingo-Kolonie ist am Erceksee.

In Van kurzer Besuch der Aufzuchtstation der berühmten Van-Katzen. Diese edlen Tiere mit weißem Fell und verschiedenfarbigen Augen sind nicht wasserscheu und mittlerweile das Maskottchen der Stadt.

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Nach dem Abendessen dürfen wir sogar den Beamer im Konferenzraum für einen kurzen Videorückblick nutzen. Bei Bier wird es lustig, aber auch etwas Wehmut kommt auf. Doch den schönen Abend konnte höchstens die schlechte Wiedergabetechnik etwas trüben. Anschließend mussten wir uns dann endgültig von netten Menschen verabschieden, denn alle mussten am nächsten Morgen zeitig aufstehen, der Rückflug stand an.

An dieser Stelle noch vielen Dank an den Veranstalter und an die Mitreisenden für die erlebnisreichen und lustigen Stunden. Übrigens, wer Lust auf diese wirklich lohnenswerte Tour hat, kann diese entweder bei AT-Reisen (Leipzig) oder schulz-aktiv reisen (Dresden) buchen. Der Preis ist bei beiden Veranstaltern gleich. Die Reisedurchführung übernimmt ein türkischer, aber deutschsprachiger Veranstalter.

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Wir verlassen am nächsten Nachmittag, nach einigen Erledigungen, die Stadt und finden bei einsamer Piste, am Südufer des Vansees, für drei Nächte einen würdigen, weil mit Blick auf den Süphan Dagi, (unser zweiter bestiegener Berg) Übernachtungsplatz. Hier besteigen wir, weil wir doch noch so gut im Training sind, einen Berg mit ca. 2500 m Höhe und verbringen die restliche Zeit mit baden und schreiben dieser Zeilen.

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N38°45`52,7” O43°13`53,4”

Vom Kackar Gebirge zum Van See

19.06.2015- 27.06.2015

Noch ein kleiner Nachtrag zum letzten Beitrag: Am letzten Morgen im Kackar Gebirge, wir waren fast startklar und wollten unseren Übernachtungsplatz bei Altiparmak verlassen, als plötzlich zwei Gendarmen vor uns standen. Nach der üblichen Passkontrolle kamen die Jungs zum eigentlichen Anliegen. Der Informationsfluss funktioniert offenbar auch in dieser abgelegenen Region reibungslos. Man hatte von unserem Bärenerlebnis Wind bekommen und war nun angeblich um unsere Sicherheit besorgt und möchte das wir nicht länger da bleiben.  Ob das nun der wahre Grund war, bleibt zu spekulieren. Wir wollten ja sowieso weiter.

In Yusufeli nutzten wir ausgiebig die guten Einkaufmöglichkeiten und weiter ging`s über die “950” vorbei am Tortum Gölü (See), Richtung Erzurum. In etwa der Hälfte der Strecke, dann auf die “955” Richtung Osten und nach Narman wieder über Oltu nach Norden bis zur “050”. Dieser U-förmige Abschnitt ist sehr zu empfehlen, weil landschaftlich sehr abwechslungsreich, guter Straßenzustand und es gibt, unterwegs einige beschauliche Ortschaften.

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Richtung Göle dann eine recht langweilige vierspurige Straße. Nach nur etwa 20 km auf dieser Strecke entschließen wir uns spontan zu einem Kurswechsel nach Süden Richtung Horasan, eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Die gut ausgebaute Straße führt uns zunächst durch einen Canyon artigen Abschnitt, immer am Fluss und imposanten Felsformationen entlang. Danach wird alles wieder breiter, Wiesen, Felder und kleine Dörfer prägen das Bild und die kleine Straße gehört uns fast allein.

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Wir übernachten da und am Abend, es ist schon fast dunkel, quält sich noch ein Traktor hinab, zu unserem Stellplatz.

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N40°32`56,6” O42°15`38,0”

Es ist nur der Bürgermeister, welcher von unserer Anwesenheit erfahren hat und nun seiner Pflicht nachgeht. Nach den üblichen Fragen wünscht er uns eine gute Nacht und tuckert wieder davon. Bei Gaziler verlassen wir die Teerstraße und fahren auf spektakulärer, meistens unbefestigter Piste hoch hinauf, bis auf 2300 m, in die Berge, Richtung Sarikamis. Diese Strecke ist für Allradler ein Muss aber auch für kompakte Wohnmobile mit kampferprobter Besatzung machbar (einheimische Leute poltern da auch mit ihren Pkws entlang).  Andernfalls kann man natürlich der Teerstraße bis Horosan folgen. Sarikamis ist eine sehr lebendige Kleinstadt mit vielen kleinen Geschäften, Lokantas und netten, freundlichen Menschen. Verwunderlich war nur, alle Lokantas warben mit köstlichen Spezialitäten, aber keine hatte geöffnet. Die Erklärung dafür gab uns dann später ein Deutsch sprechender Kurde, der Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Also, Döner und all die tollen Speisen für die nächste Zeit ade’.

Von da führte uns der Weg weiter über die “080”, auf wenig attraktiver Strecke, bis ca. 15 km hinter Kagizman. Von da nun wieder nach Süden bis Agri. Dieser Abschnitt verläuft teilweise über neue, aber auch über alte, unbefestigte Straße. Diese sollte aber spätestens nächstes Jahr durchgängig asphaltiert sein. Ist dann vielleicht nicht mehr so einsam, aber immer noch landschaftlich sehr, sehr schön. Man bewegt sich größtenteils auf über 2000 m Höhe und die Temperaturen sind deshalb auch im Hochsommer sehr angenehm. An unserem Übernachtungsplatz wurden wir übrigens am nächsten Morgen wieder vom Bürgermeister besucht, aber der war diesmal in Begleitung eines Panzerfahrzeuges des Militärs, etwas gewöhnungsbedürftig, aber alles verlief in der gewohnten, höflichen Atmosphäre.

2015-06-22-223

N39°56`57,4” O43°15`0,6”

In Agri dann wieder kleiner Stadtbummel, dabei unsere erste Fußgängerzone, hier in der Türkei, entdeckt. Auch ein Ort, der einen Stopp lohnt und sei es nur zum Einkauf oder Essen. Es war mittlerweile spät geworden und ein Übernachtungsplatz mit Blick auf den Süphan Dagi, dem zweithöchsten Berg der Türkei (4058 m), musste her. Bei der Suche geraten wir bei Patnos auf einen sehr schlechten Feldweg und geraten schließlich in eine Sackgasse mit Ende auf einem Bauernhof. Wir sind gerade beim Wenden, als uns der Bauer nachläuft. Wir erklären ihm unser Problem und keine 5 Minuten später stehen wir auf seiner Wiese – mit Bergblick. Alles prima geklappt, doch der große Schreck folgte. Als wir die Tür zu unserer Wohnkabine öffneten, verschlug uns beißender Rauch den Atem. Der erste Gedanke war, ein Kabelbrand. Das war es aber nicht, sondern unser Dieselkocher war in voller Aktion, und da bei uns das Dach während der Fahrt abgesenkt ist, bestehen zwischen Herd und Hängeschränken nur wenige Zentimeter Abstand. Das Ergebnis, eine große Brandstelle und ein Loch im Boden des Schrankes.

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Trotzdem, riesiges Glück gehabt, zum Einen, dass wir keine offene Flamme am Herd haben, sondern ein Ceranfeld und zum Anderen, dass uns der Bauer seine Wiese zur Verfügung gestellt hat. Andernfalls wären wir ja weiter gefahren und irgendwann als brennende Fackel geendet.

Die Bäuerin bringt uns noch einen Teppich und zwei Sitzkissen und wenig später plauschen wir, soweit das möglich war, beim obligatorischen Tee, mit dem Paar und drei ihrer elf Kinder.

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Dabei wich dann auch langsam der Schreck aus unseren Gliedern.

Hier noch die wahrscheinlichste Erklärung des Vorfalls. Wir hatten eine Wäscheleine quer durch den Aufbau gespannt. Durch das heftige Schwanken auf dem Feldweg wurde scheinbar die Jeans, welche genau beim Herd hing, gegen den leicht zu betätigenden Startaster geschleudert.

Die nächsten 2 Tage waren dann wieder Bergtage. Soweit wie nur möglich fuhren wir den Süphan Dagi hinauf und fanden auf 2500 m Höhe den idealen Ausgangspunkt für 2 Wanderungen noch höher den Berg hinauf.

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N38°55`52,0” O42°54`28,7”

Da wir uns ab 28.06. in eine geführte Bergtour einklinken wollen, bei welcher unter anderem auch die Besteigung dieses Berges auf dem Programm steht, hoffen wir, uns dadurch etwas auf die Höhe einstellen zu können.

In einem winzigen Bergdorf, auf 2400 m Höhe, konnten wir dann noch medizinische Hilfe leisten. Eine junge Frau hatte ein Problem, für das wir zufällig genau die richtigen Medikamente dabei hatten. Für die Übermittlung der Anleitung hat dann Mehmet per Telefon gesorgt. Mehmet haben wir glücklicher- weise gleich in der ersten Woche, hier in der Türkei, kennengelernt. Er spricht perfekt deutsch, ist uns treuer Begleiter auf der Tour und hat uns schon sehr, sehr oft geholfen. Mehmet, vielen Dank dafür!!!

Den Ruhepunkt dieses Tages fanden wir dann, nach nur wenigen Kilometern, am Van See, toller Platz mit Strand und Schatten unter alten Weiden.

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N38°47`20,3” O42°52`15,2”

Der Van See ist mit 3750 Quadratkilometern der größte Binnensee der Türkei und sieben Mal so groß wie der Bodensee. Das tiefblaue Wasser fühlt sich auf grund des Gehaltes an Soda und verschiedenen Salzen etwas seifig an, eignet sich aber trotzdem hervorragend für ein erfrischendes Bad!

Von unserer Wandertour kommend, sind wir auf das Nordufer des Van Sees gestoßen und umfahren diesen in westlicher Richtung bis kurz vor Van. Auf dieser Strecke konnten wir leider an weiteren tollen Plätzen nur zum Baden und Picknicken halten, denn wir brauchen heute unbedingt einen Campingplatz mit Waschmaschine. Diesen finden wir dann auch kurz vor Van, zwar nicht so toll, aber unter dem geringen Angebot noch der Beste. Hier brauchen wir dann einen vollen Tag um den Dreck von nunmehr fast 10 Wochen loszuwerden und die ganze Wäsche auch wieder zu trocknen. So, Auto, Wäsche und wir sauber, Rucksäcke gepackt. Jetzt geht es nach Van zu neuen Erlebnissen. Dort werden wir uns für die nächsten 12 Tage, in eine geführte Wanderreise mit “Schulz aktiv Reisen” aus Dresden, einklinken. Also werden wir uns erst danach wieder melden können, aber wir sind ja gut aufgehoben.

 

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Vom Munzur Nationalpark zum Kackar Gebirge

14.06.2015 – 18.06.2015

Eigentlich wollten wir uns heute vom Munzur verabschieden, aber es kam wieder Mal ganz anders. In einem eingangs recht unscheinbaren Seitental fanden wir am Vorabend einen Übernachtungsplatz, welcher unseren hier schon als Favoriten gekürten Platz vom Siegerpodest stößt. Man fährt erst durch lichten Eichenwald, durch diesen schlängelt sich ein von uralten Weiden gesäumter, glasklarer, aber eiskalter Gebirgsbach. Nach etwa 200 m öffnete sich der Wald und wir standen auf einer großen Wiese mit Blick auf mehrere 3000er Berge. Die Entscheidung stand fest, diesen Ort kann man nicht nur zum Übernachten missbrauchen! Tipp: Hier kommt man auch mit einem nicht zu hohem Wohnmobil hin (Äste). Ach ja, zwei kleine Wasserdurchfahrten sind auch zu meistern, aber kein Problem (flach und fester Grund). N39°21`31,6” O39°15´5,3”

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Am nächsten Morgen überrede ich meine Frau zu einer Fahrt, diesmal mit dem Rad, “ins Blaue”. Durch unser Tal windet sich ja so schön eine Fahrspur entlang des Baches. Wir vermuten, dass dieser Bach der Bach ist, welcher von dem von uns am Vortag erwanderten Tal kommt. Und von da führt ja eine Straße nach Ovacik und schließlich wieder in unser Tal. Also eine schöne Rundreise, so der Plan. Nur, die so bequeme Fahrspur endete nach wenigen Hundert Metern im Flussbett mit Steinen so groß wie Kürbisse. Also schieben, wieder etwas fahren und wieder schieben, und das bei ordentlicher Hitze. Und ich spürte nicht nur die Hitze der Sonne im Nacken, es war ja schließlich meine Idee! Die rettende Lösung war dann eine Querung des Bachs durch hüfttiefes, eiskaltes Wasser, welches zudem noch solch eine Strömung hatte, dass man sich kaum auf den Beinen halten konnte. Da war dann das Schleppen der Räder, einen gerölllastigen Steilhang hinauf, eine leichte Übung. Oben dann zu meinem (!) Glück ein Feldweg und der weitere Weg verlief dann wie geplant.

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In Ovacik, in einem Eiscafé, lernen wir Zafer kennen. Er ist Österreicher, aber hier in Ovacik geboren und ist mit 18 Jahren, wegen der Kurdenverfolgung, unter dramatischen Umständen nach Österreich geflüchtet. Er ist uns sehr sympathisch und wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Schließlich verabreden wir uns für den späten Nachmittag, zu einer gemeinsamen Angeltour am Fluss. Auf der Weiterfahrt zu unserem Stellplatz kommen wir, welch glücklicher Zufall, bei einer Hochzeit vorbei und werden, wie könnte es anders sein, auch gleich eingeladen. Sind aber nur kurz auf ein paar Bilder geblieben, schließlich hatten wir ja einen wichtigen Termin!

Der Angeltrip endete mit drei Forellen für Zafer, darunter ein wirklich kapitales Exemplar, und nur einer Forelle und unzähligen Mückenstichen für mich. Aber immerhin meine allererste Forelle. Die Fische haben wir dann in einem Restaurant zubereiten lassen, ein köstliches Mal und ein netter Abend. Nochmals ein großes Dankeschön an Zafer.

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Am nächsten Morgen ging es aber endgültig weiter. Da wir uns in einer Sackgasse befanden, mussten wir die 60 km bis Tunceli zurück, aber durch dieses herrliche Tal fährt man auch gern zweimal. Nach kurzem Einkauf in Tunceli drauf auf die vierspurige Schnellstraße Richtung Erzurum. Auf dieser fährt man, aufgrund des geringen Verkehrs und der abwechslungsreichen Landschaft, sehr entspannt. Nach kurzen Stopps in Tercan und Ascale, wir mögen mittlerweile die Atmosphäre der Kleinstädte sehr, biegen wir nach Norden, Richtung Ispir, ab.

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Durch Gebirgslandschaft,

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vorbei an vielen Nomadenzelten, über mehrere 2000er Pässe mit tollen Fernblicken, erreicht man schließlich Ispir. Hier wollen wir durch das enge Tal des wilden Coruh Nehri bis Yusufeli fahren. Der Reiseführer verspricht uns, unter Vorbehalt, eine heftige Rafting Strecke von 130 km Länge! Unter Vorbehalt deshalb, weil auch hier ein gigantisches Staudammprojekt, mit mehreren Staumauern geplant ist. Auch der Blick auf unsere letztes Jahr in der Türkei gekaufte Karte verspricht nichts Gutes, denn im gesamten Tal ist in Flussnähe nicht ein Dorf verzeichnet, obwohl sich da, wie wir später feststellen mussten, unzählige kleine Dörfer und Streusiedlungen befinden. Wir biegen also mit einem unguten Gefühl, über eine verdächtig neue Straße in das Tal ein. Der Fluss wild, wie erhofft. Doch schon nach wenigen km wird er zahmer und der Wasserstand steigt, ein sicheres Anzeichen für eine Staustufe. Und so war es dann auch, in etwa der Hälfte der Strecke eine gigantische Staumauer. Die Fahrt bis dahin glich einer Geisterfahrt, es war fast kein Mensch unterwegs, obwohl bis zur Mauer, beidseitig des Tales, zwei großzügige Straßen in die Landschaft gedroschen wurden. Es sieht da aus wie in einem Steinbruch.

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Nach der Mauer ein völlig anderes Bild, grottenschlechte Straße, viele Dörfer in bedauernswerten Zustand (man hat offensichtlich resigniert), aber der Fluss sieht wieder wie ein Fluss aus und seine Ufer säumen auf einmal Reisterrassen. Nur, unzählige Schilder verbieten das Befahren, das Baden und das Angeln im Fluss. In Yusufeli merkt man zunächst nichts von dem bevorstehenden Schicksal der Stadt, alles scheint seinen normalen Gang zu gehen. Wir können sogar noch eine Rafting Tour buchen, zwar in einem Seitental, aber nicht minder heftig und sehr lustig. Lustig deshalb, weil es eine etwas ungewöhnliche Tour wurde. Es hatte am Vortag ein Unwetter in den Bergen gegeben und auf der Fahrt zum Einsetzort mussten wir schon mal warten, bis ein Radlader die Straße wieder provisorisch befahrbar gemacht hatte. Auch eine Brücke wurde in den Fluss gerissen, sodass wir an dieser Stelle aussetzen und dahinter wieder einsetzen mussten.

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Dabei ging es lustigerweise gleich mal mit dem Boot durch einen privaten Garten, da war nun mal der beste Zugang zum Wasser. Die Strecke ist 15 km lang und sehr empfehlenswert. Der Guide hat uns dann auch noch bestätigt, dass in spätestens drei bis vier Jahren das gesamte Tal mit allen Seitentälern geflutet wird, und somit Yusufeli und weitere 40 Dörfer versinken werden. Wer also in diese Richtung eine Reise plant, und nicht wasserscheu ist, dem sei empfohlen, das bald zu tun, es lohnt sich wirklich!

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Es gibt im Ort mindestens zwei Anbieter. Wir sind mit folgendem Veranstalter für 100 TL/Person (ca. 33 €) gefahren und haben uns sehr gut und sicher gefühlt (er betreibt diesen Job seit 25 Jahren). Coruh Travel & Tours, Tel.+90 5334533179, Yusufeli , Name: Sirali Aydin (spricht englisch)

Nach diesem Abenteuer wollten wir weiter hinauf in die Berge, um da wieder einmal zu wandern. In unserem Rafting Tal fuhren wir, über eine schmale Straße, immer weiter hinauf in die Berge. Nach kurzem Stopp in Altiparmak und der Besichtigung der dortigen Basilika aus dem 10. Jh., leider nur von außen möglich gewesen, da der Schlüsselgewaltige nicht aufzutreiben war, fuhren wir weiter, mit Ziel Olgunlar. Das ist der Hauptort, um Wanderungen im Kackar Gebirge zu organisieren. Die Straße dahin geht auf gut befahrbarer Schotterstraße, durch herrliche Gebirgslandschaft, bis in über 2000 m Höhe.

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Nachdem wir uns über die vielfältigen Wandermöglichkeiten informiert hatten, kamen wir zu dem Entschluss, dass man sich hier mindestens eine Woche Zeit nehmen sollte. Diese Zeit steht uns aber leider nicht mehr zur Verfügung, da wir am 27.06. in Van sein müssen. Man braucht ja schließlich Gründe um noch mal herzukommen. Über folgendes recht trauriges Erlebnis auf dem Weg hier hinauf wollen wir noch berichten: Auf etwa zwei Drittel des Weges nach Olgunlar konnten wir schon aus einiger Entfernung ein größeres offensichtlich totes Tier auf der Fahrbahn entdecken. Der erste Gedanke war, es ist eine Kuh, doch als wir näher kamen sah es eher nach einem wilden Tier aus, etwa nach einem großen Wolf. Als aber ein kleines Bärenbaby in den Wald flüchtete, war klar, hier liegt eine tote Bärenmutter. Wir hielten etwa 10 m dahinter und ich ging mit klammen Gefühl zu dem Tier. Es war wirklich tot, offensichtlich überfahren, denn die Eingeweide traten hervor und eine Schusswunde war nicht zu entdecken. Was für eine Tragik, da kommt schon fast kein Auto und trotzdem wird das arme Tier überfahren. Wir haben dann noch im Auto gewartet, in der Gewissheit, das der kleine Bär zurück zu seiner Mutter kommt, für ihn schläft sie ja nur. Es war auch so und wir konnten unbemerkt, vom Dach unseres Autos, einige herzzerreisende Fotos und Filmaufnahmen machen. Da wir unbedingt etwas für den Kleinen tun wollten, denn so allein hat er ja keine Überlebenschance, haben wir so lange gewartet, bis endlich ein Einheimischer kam. Diesem haben wir die Situation begreiflich gemacht und ihn gebeten, die Nationalparkverwaltung zu informieren. Das hat er auch getan, denn auf dem Rückweg sahen wir den Kleinen wieder schlafend bei seiner Mutter liegend, als gerade ein Jeep mit vier Rangern auftauchte. Das war aber scheinbar erst das Kommando aus dem Büro, denn keiner machte Anstalten das schlaftrunkene Tier zu fangen. Erst mal Fotos vom “Tatort” und dann einige wichtige Telefonate. Hoffen wir für den kleinen Bär, das die bürokratischen Mühlen schnell genug gemahlen haben.

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Nach diesem aufwühlenden Erlebnis und einer weiteren ruhigen Nacht im Tal ging es nun zurück über Yusufeli neuen Erlebnissen entgegen.

Tipp: Die Tour von Altiparmak bis Olgunlar würde sich auch wunderbar als sportliche Radtour (Mountainbike wäre von Vorteil) anbieten. Die Steigung beträgt auf 22 km etwa 1000 Höhenmeter. Erfrischungsmöglichkeiten im Fluss und Natur vom Feinsten ständig vorhanden. Nach Stärkung in einem der Restaurants erwartet den Biker eine entspannte Abfahrt. Hierfür am Ortsausgang von Altiparmak die linke Straße der Gabelung nehmen und immer der besseren und offensichtlich am meisten befahrenen Straße folgen (es gibt keine Ausschilderung). Für Wohnmobile bietet sich folgender Stellplatz, ca. 7 km vor Altiparmak an. N40°58`54,1” O41°27`41,2”

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Stauseen, Tigris Ursprung und Munzur Vadisi Nationalpark

08.06.2015- 13.06.2015

Weiter geht die Fahrt wieder etwas westlich bis Ergani. Es geht durch recht dünn besiedelte Mittelgebirgslandschaft und wir tangieren wieder mehrfach sehr große Stauseen und klare Gebirgsflüsse, welche zu kurzen Badestopps verleiten.

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Von Ergani führt uns die Straße dann wieder nordwestlich Richtung Elazig. Hier finden wir für die Nacht, am sauberen Hazar Gölü, dem Quellsee des Tigris, ein lauschiges Plätzchen. Tipp: Den See unbedingt am Südufer befahren, denn hier gibt es, entgegen der Karte und des Navi eine durchgehende, kleine, kaum genutzte, Teerstraße. Diese eignet sich auch, nicht nur wegen der vielen Bademöglichkeiten, zu einer schönen Radtour (ca. 22Km/Strecke) und auf dieser Seite findet man auch mehrere Stellplätze, davon unsere Stellplatzempfehlung. N 38°28`22,1”O 39°25`24,6”

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Nach ruhiger Nacht fahren wir weiter über Elazig nach Mezeliköy, von wo man den zweitgrößten Stausee der Türkei, den Keban Baraji, mit der Fähre überqueren muss. Auf der Überfahrt kann man eine zur Insel gewordene Festung bestaunen, diese ist der Rest einer den Fluten geopferten Ortschaft.

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Nur wenige Kilometer nach der Überfahrt, ein Einkehrtipp für Freunde fangfrischer Forellen. Diese kann man sich in einem kleinen, originellen Restaurant munden lassen. Der Bach fließt durch den Gastraum und man sitzt um ein mit Forellen besetztes Becken. Testen konnten wir die Qualität der Gerichte aber leider nicht, da wir gerade kurz vorher gegessen hatten, äußerst ärgerlich. Name des Restaurants: Alabalik Izgara Cesitleri N 38°51`18,0”O 39°20`13,9”

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Wenige Kilometer nach Tunceli beginnt der Munzur Vadisi Milliparki (Munzurtal Nationalpark). Dieser erstreckt über 420 Quadratkilometer bis nach Ovacik. Die ca. 60 km Fahrt zum Ort schlängelt sich über sehr kurvenreiche, aber traumhaft schöne Strecke, und immer am Fluss entlang. Übrigens auch eine Empfehlung für ausdauernd Radfahrer, da die Strecke nicht stark befahren ist (Sackgasse). Man sollte aber das Wochenende vermeiden, denn da werden vermutlich viele Einheimische das Tal stürmen.

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Weitere 17 km nach Ovacik erreicht man die Munzurquellen. Dort kann man bei wenigen Imbissbuden und einigen Souvenirständen, an Sitzgruppen picknicken und dabei viele aus dem Berg sprudelnde Quellen betrachten. Wir sind aber erst einmal noch einige Hundert Meter weiter bergauf, einem Trampelpfad zur allerersten Quelle gefolgt und haben erst danach unseren Erdbeerkuchen verputzt.

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Da für den nächsten Tag eine Bergtour geplant war, es aber für den Nationalpark weder Wanderkarten noch ausgeschilderte Wege gibt, musste irgendwie ein Bergführer her. Deshalb noch mal zurück nach Ovacik. Beim Einkauf sprach uns ein älterer Herr an. Nach den üblichen Fragen nach dem woher und wohin waren wir mit unserem Türkisch am Ende und er nahm mich (Matthias), wie hier so üblich und mir so “angenehm”, bei der Hand und führte mich durchs halbe Dorf zur nächsten Teestube. Erst dort erkannten wir den Grund. Da saß sein Deutsch sprechender Kumpel beim Brettspiel. Dieser wiederum organisierte uns Ismail, einen äußerst rüstigen Rentner, welcher 33 Jahre im Ruhrgebiet unter Tage gearbeitet hat und demzufolge gut deutsch spricht, als Wanderführer. Ist das nicht Gastfreundschaft.

Pünktlich um 8 Uhr trafen wir uns an der verabredeten Stelle und fuhren mit unserem Auto noch einige km bis zum Einstieg der Tour. Wir hatten uns auf eine Wanderung durch ein Tal, aufsteigend zu mehreren Wasserfällen, geeinigt. Ismail “entpuppte” sich als ein absoluter Glückstreffer. Er geht fast täglich in die Berge (meistens allein), ist hier geboren, kann sehr viel über Natur und Geschichte der Region vermitteln und er hat sich wunderbar nach unserem Lauftempo gerichtet (er ist fit wie ein Turnschuh). Am Ende hat es sogar noch für eine kleine Zugabe, in Form einer Passbesteigung gereicht, und nach 8 Stunden waren wir, ziemlich k.o., wieder am Auto. Wunderschöne, aber recht anstrengende, über Geröll und mehrere Bäche (natürlich ohne Brücken), führende Tour.

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Tipp: Wir haben Ismail gefragt, ob wir ihn als Wanderführer in unserem Blog empfehlen dürfen, wir dürfen. Einfach im Dorf (in einer Teestube ist immer gut) nach Ismail Erdogan fragen. Er ist allerdings nicht immer hier, er lebt in Deutschland. Aber ab Mitte Juni bis Mitte Oktober könnte man Glück haben. Leider hat er hier kein Telefon. Wichtig: Er macht das nicht kommerziell, sondern aus reiner Gastfreundschaft. Trotzdem wird er sich über eine Anerkennung, egal in welcher Form, freuen.

N39°20`44,6”O39°8`11,9”

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Nette Begegnungen:

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Kult- und Pilgerstätten, historische Orte, versinkende Geschichte und Wahltag

02.06.2015 – 07.06.2015

Weiter fahren wir nach Göbekli Tepe, der ältesten je entdeckten Kultanlage der Menschheit. Ihr Alter wird auf 8000 bis 9000 v.Ch. datiert. Bisher wurde nur ein Bruchteil des Geländes freigelegt und die Grabungsarbeiten werden sich vermutlich noch Jahrzehnte hinziehen. Schade ist nur, dass durch Sicherungsmaßnahmen der Blick auf die Anlage erheblich verbaut ist.

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Der nächste Tag war Sanliurfa gewidmet. Zuerst musste aber für mich (Matthias), ein salonfähiger Haarschnitt her. Immerhin besuchen wir heute Stätten von historischer Bedeutung. Ob das gelungen ist, liegt nun im Auge des Betrachters.

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Weil wir gerade bei diesem Thema sind, die Türken und auch die Kurden, egal ob Männlein oder Weiblein, sind überaus auf ihr Äußeres bedacht, immer gepflegt und toll gekleidet, sogar der Bauer sitzt im weißen Hemd auf seinem Traktor. Da kommen wir uns manchmal vor wie die letzten Vagabunden.

Nun aber zurück zu Sanliurfa. Die Stadt pfundet mit einer mehrtausendjährigen, komplizierten Geschichte. Eine der wichtigsten Orte ist hier sicherlich die Parkanlage Dergah. Dort findet man den Teich der heiligen Karpfen.

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Hier sollte der heilige Abraham auf Geheiß des grausamen König Nimrod auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Durch ein Gotteswunder soll sich der Scheiterhaufen in einen Teich und die glühenden Holzstücke in Karpfen verwandelt haben. Und wen die Gelüste überkommen sollten, einen der zahllosen Fische zu essen, der wird mit Blindheit gestraft. Also die Angel unbedingt im Auto lassen! Im selben Park findet man auch die mutmaßliche Geburtsgrotte Abrahams, einer wichtigen Pilgerstätte des Islam, an der viele Mekka Reisende einen Stopp einlegen, um für eine glückliche Weiterreise zu beten. Mit der Besichtigung der sehr schönen Halid Moschee und dem Pflichtrundgang durch den Gümrük Hani Basar, der uns mit orientalisches Flair empfängt, wir saugen Düfte, Farben und Geräusche förmlich ein, bei nun fast schon unerträglicher Hitze beenden wir unsere Stadtbesichtigung und erreichen erst bei Dunkelheit unseren schon vorher ausgespähten Übernachtungsplatz.

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Der nächste Tag bringt uns in einem etwas größeren Sprung nach Mardin. Der Ort liegt malerisch am Hang eines steil abfallenden Felsplateaus. Die Häuser aus gelblichen Kalkstein schmiegen sich derart eng an den Felsen, dass von der Ferne der Eindruck entsteht, sie seien ineinander gebaut. Von zahlreichen Dach Cafés hat man einen großartigen Blick, durch Minaretts hindurch, über die Stadt hinüber zur Festung und in das weite, vom syrischen Wüstenstaub getrübte Land. In liebevoll restaurierten Konaks (osmanische Stadthäuser der Oberschicht) kann man auch Urlaub in gehobener Preisklasse machen.

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Seit Sanliurfa fahren wir nun schon durch endlos erscheinenden Getreidefelder, auf denen auch fleißig gearbeitet wird, und staubtrockene, hitzeflirrende Landschaft.

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Deshalb soll es nun ab Nusaybin, dem Grenzort nach Syrien, wieder Richtung Norden, zu Wasser, Bergen und etwas erträglicheren Temperaturen gehen. Doch vorher noch, etwas abseits der Hauptstrecke, ein Besuch der Ausgrabungsstätte Dara. Hierbei handelt es sich um eine Festungsstadt aus byzantinischer Zeit. Laut Reiseführer, eine der schönsten und zugleich am wenigsten besuchten historischen Stätten der Region Mardin. Auch hier sind die Ausgrabungen längst nicht abgeschlossen.

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Beeindruckend auch die riesigen Speicher, wobei noch nicht geklärt ist, ob für Getreide oder Wasser.

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Also gesagt, getan Richtung Norden. In Midyat kurze Stadtbesichtigung, besonders gefiel uns ein aufwendig restaurierter Konak in der Altstadt, von dem man zudem noch einen tollen Blick über den Ort genießen kann. Unterwegs wird eingekauft, die Türkei ist ein Schlaraffenland für Obst- und Gemüse Liebhaber.

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Nun gelüstete uns endlich mal wieder nach einem kühlen Bade. Unsere, im letzten Jahr hier in der Türkei gekaufte Karte, ist ihrer Zeit schon voraus, denn sie zeigt den Ilisu Stausee schon im gefluteten Zustand. Aber der Tigris, welcher hier angestaut werden soll, muss ja trotzdem da sein und ein Bad in diesem doch so klangvollen Fluss soll uns gerade Recht sein. Wir kaufen frischen Fisch und Gemüse und weiter geht’s, auf Schlafplatzsuche. Aber vorher noch Wasser tanken an einer Quelle. Ja, es gibt immer was zu tun. Nach längerer Suche haben wir dann auch eine super Stelle gefunden, an der man auch bis direkt an den Fluss kommt. Also rauf auf die grüne Wiese und hinein in die Fluten. Doch was ist das, als wir die Türen öffnen, fährt uns ein, aus DDR-Zeiten allzu bekannter Geruch in die Nase, es riecht nach Elbe, auch die Sichttiefe und der schaumig–flockige Zustand ist uns noch sehr bekannt. Also, was hier so gen Irak geschickt wird, ist nicht gerade die feine Art. Die Enttäuschung war groß, also wieder bloß die heimische Dusche. Heute singen uns die Frösche ein Schlaflied. 

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Am nächsten Tag fahren wir erst mal nur wenige Kilometer bis Hasankeyf, dem Ort, wo ein weiteres Mal die Interessen der Staudammprojekte mit denen der Geschichtserhaltung und dem Naturschutz gewaltig miteinander kollidieren. Der gesamte Ort, mit seinen zahlreichen Höhlenwohnungen, (auch Kleinkappadokien genannt.), den Überresten einer Festung und einer Brücke aus dem 12. Jhd., historischen Moscheen, u.v.m., soll in den Fluten des Tigris versinken. Es gab deswegen auch schon erheblichen Widerstand und es wurde ein gerichtlicher Baustopp verfügt. Europäische Banken zogen daraufhin ihr Engagement zurück und die Bauarbeiten ruhten einige Zeit. Es wird aber, entgegen dem Gerichtsbeschluss und mit anderem Geld, wieder weitergebaut. Wer also Hasankeyf noch sehen möchte, der sollte nicht mehr lange warten.

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Wir sind dann weiter, auf Wassersuche, über Batman nach Norden in die Berge gefahren. Endlich, bei Kulp an einem Bergfluss, wurden wir fündig und haben gleich 2 Tage unseren Gelüsten nach dem kühlen Nass freien Lauf gelassen. Der Sonntag ist der perfekte Ruhetag mit ebenso perfektem Wetter ein Fleckchen zum Ausspannen und zum Verarbeiten unserer Eindrücke der vergangenen Wochen. Außerdem Putz- Flick- und Reparaturtag. Aber auch Wäschewaschen steht auf dem Programm. Ein ganz normaler Haushaltstag eben. Draußen Kochen, im Fluss baden, einfach die Seele baumeln lassen, sonst nichts! Am ersten Abend machen wir es uns romantisch, es gibt Lagerfeuer! Wir sitzen lange draußen, dem Feuer zusehen und ein Fläschchen leeren.

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Stellplatz N38°33`2,8” O34°55`12,0”

Am zweiten Tag, den 07.06.2015, war in der Türkei Wahltag. Ein Grund für uns, am Abend in den Ort Kulp (38.000 Einwohner) zu fahren. Was wir da erlebt haben, ist mit der Politikverdrossenheit bei uns in Deutschland nicht vergleichbar. Ungewohnt für uns war nur die hohe Präsenz von bewaffneten Polizisten mit gepanzerte Fahrzeugen und mit Kalaschnikows bewaffneten Zivilisten. Alles verlief aber entspannt und in ausgelassener Freude, was sicherlich auch am scheinbar guten Abschneiden, der hier im Kurdengebiet so geliebten HDP- Partei, gelegen hat. Wir hielten es aber für besser, hiervon keine Bilder zu machen. Ein genüssliches Abendessen in einer der vielen Lokantasis, zurück zum Stellplatz und der Tag war perfekt. Nach 2 herrlichen Tagen ziehen die Zugvögel weiter, es war ein super Platz!!

Rund um den Atatürk-Stausee

28.05.2015 – 01.06.2015

Diesmal gleich zu Anfang ein Tipp für den Besuch von Halfeti: Wer die überzogene Parkgebühr von 10 TL (3,50 €) sparen möchte, parkt entweder vor dem Ort oder fährt im Ort gleich nach links, bergab zum kleinen Bootsanleger (evtl.aufgestelltes Verbotsschild ignorieren, wie die Einheimischen auch) und parkt dort (große Ausbuchtung in einer Kurve) neben der beginnenden Schotterpiste. Es empfiehlt sich dann bei Bedarf, auch eines der dort liegenden Boote für den Ausflug zu wählen. Wenn man dieser Piste noch ca. 2 Km weiter entlang des Stausees folgt, gelangt man zu einer weiteren halb versunkenen Geisterstadt. Auf dem Weg dahin findet man auch zwei schöne Stellplätze direkt am Wasser, wobei der zweite Platz der Bessere ist. Und wer ein Allrad-Fahrzeug hat und “scharf” auf anspruchsvolle Piste ist, der fährt nicht die gleiche Strecke zurück, sondern biegt am Ende der Geisterstadt im spitzen Winkel in die bergauf führende Strecke. Wir waren nicht unbedingt scharf darauf, sondern unwissend und zurück wäre noch schlechter gewesen. Es lief aber alles super, wenn da nur nicht diese ängstliche Frau neben mir gewesen wäre!!! Nach ca. 10 Km erreicht man wieder Asphalt, wobei nur ca.1Km recht anspruchsvoll ist.

Sind dann wieder zurück bis Birecik, weiter Richtung Sanliurfa und nach etwa 4 Km wieder nach Norden bis Bozova am riesigen Atatürk Stausee (Atatürk Baraji), wo wir mit einer Gruppe junger Kurden einen lustigen Abend mit Gesang und Tanz verbringen durften.

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Am nächsten Tag sollte es eigentlich bis zum Nemrut Dagi gehen, aber wieder machten uns nicht geplante, aber tolle Begegnungen, einen angenehmen Strich durch die Rechnung. Das Interessanteste war dabei eine überaus wissbegierige und aufgeweckte 10. Klasse, junger Kurden.

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Kurz bevor man den Abfluss vom Stausee in den Euphrat quert, kann man einen kurzen Abstecher zu einem Aussichtspunkt machen. Von da hat man einen tollen Blick auf die gigantische Staumauer. Der Stausee wurde 1990 fertiggestellt und gilt als Herzstück des GAP-Projektes. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass deshalb 65.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Für das Auge sind die doch recht seltenen Blicke auf das blaue Wasser eine Wohltat, denn mit Ausnahme der bergigen Region im Nordteil des Sees, ist die Landschaft recht eintönig und stark von Landwirtschaft geprägt. Zudem ist hier der Frühling längst vorbei, wo nicht bewässert wird, ist alles schon vertrocknet und die riesigen Getreidefelder sind fast abgeerntet, zudem flirrende Hitze.

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Bei Kahta fanden wir an einem der seltenen Zugänge zum Wasser, Abkühlung, einen schönen Übernachtungsplatz und gleich daneben ein sehr gutes Restaurant mit Fisch vom Stausee im Angebot. (N 37° 46` 0,7„ O 38° 39`34,2„ )

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Die nächsten Höhepunkte waren dann historischer Natur. Zuerst der Karakus Tepesi , einen künstlich aufgeschütteten Grabhügel von 36 v. Chr. Ursprünglich war dieser von sechs paarweise angeordneten Säulen umgeben, die jeweils ein Schutztier zierte. Heute stehen aber nur noch vier. Schöner fanden wir aber die römische Cendere Brücke, die hier eindrucksvoll den gleichnamigen Fluss überspannt, welcher hier aus einer engen Schlucht tritt.

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Und weil man hier in so wunderbarer Kulisse direkt am Fluss stehen kann, beendeten wir den Fahrtag spontan. In einer kleinen Lokanta neben der Brücke kann man beim Deutsch sprechenden Wirt nett zu Abend essen. Dieser will den Womo-Gast allerdings überzeugen, für überzogene 15 TL vor seiner Gaststätte zu übernachten. Man kann das tun, steht aber wesentlich romantischer am Flussbett mit Blick durch die schöne Brücke hinein in die Schlucht. (N 37° 55’ 57,0’’ O 38° 36’ 31,8’’)

Am nächsten Morgen klingelt 3.45 Uhr erbarmungslos der Wecker. Wir wollen pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Nemrut Dagi stehen. Unser Übernachtungsplatz ist eine gute Ausgangsposition, dennoch planen wir für die ca. 25 Km Bergfahrt bis zum Parkplatz und den etwa 15-minütigen Aufstieg eine Stunde. Die Planung war übrigens genau richtig, aber man muss unbedingt die wesentlich kürzere Strecke über Arsameia (ausgeschildert) nehmen. Für zwei Womo`s ist am Berg übrigens auch oberhalb neben div. Souvenirshops, auf rel.ebener Fläche, Platz für eine Übernachtung. Somit kann man Sonnenunter-und aufgang bewundern.

Der Nemrut Dagi ist ein 2.100 m hoher Berg auf dessen Gipfel sich ein geltungsbedürftiger König im 1. Jhd. v. Chr. gewaltige Statuen bauen ließ. Diese stellen ihn, div. Ahnen und Götter dar. Bei Erdbeben sind die meisten der über 2 m hohen Köpfe heruntergefallen und schauen nun abseits ihrer Körper in die Landschaft (UNESCO-Kulturerbe). 

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Da uns die Straße nach oben schon bei Dunkelheit schön erschien, sind wir die gleiche Strecke auch wieder nach unten gefahren-unbedingt zu empfehlen!

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Dann ging es aber weiter über die erst kürzlich eröffnete, gigantische Schrägseilbrücke, über den Euphrat Richtung Siverek. Kurzer Einkaufsbummel und nach langen suchen endlich den Traumplatz am See gefunden. Sehr abgelegen bei einer Einsiedelei direkt am Wasser. Wer es lieber schattig mag, kann auch etwas oberhalb bei den Häusern unter Bäumen stehen. (Vorher fragen, aber null Problem.) An den Wochenenden kommen wenige Einheimische, deren Interesse man sich einfach nicht entziehen kann.

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Da wir gerade bei diesem Thema sind, egal ob Türken oder Kurden alle sind, nach unseren bisherigen Erfahrungen, gleichermaßen wissbegierig gegenüber uns Fremden aber dabei überaus gastfreundlich und sie feiern gern. Sie feiern aber nicht nur bei offiziellen Anlässen, sondern auch spontan. Wir haben es nicht nur einmal erlebt, das eine Gruppe (meistens aber leider nur Männer) aus ihrem Autos steigen, Musik aufdrehen, tanzen und singen, egal ob das der Parkplatz neben der Straße oder der Picknickplatz am Fluss ist.

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Und meistens waren wir auch gleich mittendrin, ob ich wollte oder nicht. Ich, damit meine ich natürlich mich (Matthias), meiner “Hupfdole” war das natürlich immer recht. Die Krönung war bisher eine Einladung zu einer kurdischen Hochzeit.

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Wie man sehen kann, bekomme ich davon schon langsam weiße Haare!

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Nun noch mal zurück zum Übernachtungsplatz: In der Woche ist man da aber fast immer allein. Sauberes Wasser, angeln kein Problem (Habe nur meine Angelkiste zu Hause vergessen!) Sind gleich 2 Tage dort geblieben. (N 37 38’ 9,7’’ O 38° 48’ 35,6’’)

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Von Kappadokien zum Euphrat

19.05.2015 – 27.05.2015

Erwartungsgemäß werden wir am Morgen gegen 5 Uhr mit schönen Bildern von fast 100 Heißluftballonen über der Traumlandschaft Kappadokiens belohnt, wie auch an den folgenden Tagen.

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In Göreme treffen wir, nun das dritte Mal, aber diesmal abgesprochen, auf Carola und Burkhard. Wir verbringen zum ersten Mal auf der Tour 5 Nächte an einem Platz und haben das Gefühl, hier noch eine Weile sein zu können. Gemeinsam fahren wir zum Cat-Tal und können es, diesmal ohne Gewitter, durchwandern.

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 An den folgenden 2 Tagen erkundeten wir noch gemeinsam das Liebestal und das Taubental.

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Am letzten Tag dann noch ein Besuch beim “Schöpfer” der märchenhaften Landschaft Kappadokiens. Auf dem Weg dahin haben wir das Glück in einem kleinen Bergdorf auf einen sehr ursprünglichen Wochenmarkt uns wieder mit Obst und Gemüse eindecken zu können.

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Der Vulkanberg Erciyes ist ca. 80 Km Luftlinie von Göreme entfernt, fast 4000 m hoch und von ihm soll die Asche stammen, aus denen sich die Tuffsteinfelsen Kappadokiens gebildet haben. An der Seilbahn, österreichischer Produktion, sind wir die einzigen Gäste und werden für 4 Lira (1,33 €) bequem zur ersten Bergstation befördert. Lifte nach weiter oben sind vorhanden, aber nur in der Skisaison in Betrieb. Diese endete dieses Jahr übrigens erst am 15.04. An der Bergstation gibt es ein sehr schönes und wirklich engagiert geführtes Restaurant, in dem man zudem auch noch sehr preiswert einkehren kann. Insgesamt, bei guter Sicht, ein empfehlenswerter Ausflug.

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Am nächsten Tag verabschieden wir uns von Kappadokien und von Carola und Burkhard(sie müssen wieder zurück) und fahren nun endgültig weiter nach Osten. Aufgrund unseres späten Aufbruchs kommen wir aber nur bis etwa Develi, finden aber dort einen schönen Platz mit Blick auf unseren Vulkanberg vom Vortag, der uns am nächsten Morgen sogar mit einer frischen Schneeauflage begrüßt. Es hatte am Vorabend ein Gewitter gegeben.

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Weiter ging es auf empfehlenswerter Nebenstrecke über Yasibasi, Gümüsören, Cukuryurt, Karsavura, Taspinar, Akcal, auf die D 825 Richtung Karamanmaras und nach Sucas links ab, auf kurvenreicher Strecke, mit tollen Ausblicken auf einen Stausee, bis zum Kurort Ilica. Sehr abwechslungsreiche Tour auf Asphalt und Schotter über mehrere Pässe, vorbei an tiefen Schluchten, bunten Blumenwiesen, schneebedeckten Bergen, Feldern, Obstplantagen und durch kleine Bergdörfer.  Interessant ist auch, dass man etwa zwischen Gümüsören und Cukuryurt ein in Flutung befindliches Gebiet durchfährt.

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Die Hauptattraktion  Ilicas sind Thermalquellen mit dem daran angeschlossenen Kurbad. Dieses wird von Türken sehr stark genutzt und ist daher nur empfehlenswert, wenn man auf “Pobackenkuscheln” steht. Wir wurden da wieder einmal von einem netten türkischen Ehepaar angesprochen und auf einen Tee in ihr bescheidenes Ferienzimmer eingeladen. Beide haben viele Jahre in Deutschland gearbeitet und wollen nun ihren Lebensabend in der Türkei verbringen. Solche Begegnungen sind uns auch immer ein willkommener Informationsaustausch.

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Kahramanmaras (1 Mio. Einw.) wollten wir eigentlich nur passieren, da der Ort in unserem Reiseführer nicht erwähnt ist. Doch schon von weitem konnte man eine große Moschee, die Abdulhamithan  Camii mit vier Minaretten, hoch über der Stadt  sehen. Wir sind nicht unbedingt Freunde des Großstadtverkehrs, aber da mussten wir hin. Und es hatte sich absolut gelohnt. So ein gewaltiges Teil hatten wir noch nicht gesehen!!! (Wir waren noch nicht in Istanbul) Auch innen eine absolute Augenweide. Allerdings fehlt dieser Moschee eine beeindruckende Geschichte, da erst 2013 fertiggestellt. Was auch das Fehlen in unserem Reiseführer erklären würde.

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Der nächste Tag war voll für Gaziantep (1,8 Mio. Einw.) reserviert. Glücklicherweise konnten sogar einen Parkplatz unmittelbar beim historischen Basar ergattern. Somit waren alle unsere Wunschziele zu Fuß erreichbar. Gemütlich schlendern wir dahin und lassen alles auf uns wirken. An der einen Ecke leisten wir uns einen Döner an der anderen einen Tee mit Baklava (Süßspeise). Es wäre müßig jetzt hier all die Eindrücke in Worte zu fassen, da fehlt uns einfach das Talent. Aber vielleicht können ja die Bilder ein wenig, in die für uns andere Welt, entführen.

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Heute nun am letzten Tag dieses Berichts sind wir in Halfeti gelandet. Dieser Ort ist der Stauung des Euphrat zum Opfer gefallen. Zwei Drittel des Ortes sind überflutet und von der Moschee ragt nur noch das Minarett aus dem Wasser. Der Rest des Ortes ist bis zu 40 m unter Wasser. Die Gespensterstadt hat sich aber mittlerweile zu einem kleinen Touristenmagnet entwickelt. Mit Ausflugsbooten kann man sich bis zur mächtigen Festungsruine Rumkale schippern lassen. Das Ganze kostet dann in der Gruppe 10 TL (3,35€), oder man mietet sich für 50 TL (16,60€) sein eigenes Boot. In der Gruppe hat man aber unter Umständen mehr Spaß.

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Den Nachmittag haben wir uns nun “freigenommen”. Am Ufer des Euphrat fand sich ein nettes Plätzchen zum Baden- und Bericht schreiben.

Scheinbar ist hier das Zentrum des Knoblauchanbaus. Säckeweise werden Knoblauch an der Straße zum Kauf angeboten, ein Stand neben dem Anderen, kilometerlang.

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