30.03.2014 – 01.04.2014
30.3. Nach so viel Kultur und alten Steinen musste nun unbedingt etwas Bewegung sein. Der Dilek-Nationalpark auf der gleichnamigen Halbinsel liegt nur wenige Km entfernt und eignet sich sehr gut zum Wandern und Radfahren. Nach Bezahlung von umgerechnet 1€ Eintritt (mit Auto wesentlich teurer) sind wir erst ca. 8 Km auf der Küstenstraße bergauf und bergab, vorbei an Traumstränden in das Parkinnere geradelt.
Dort wurden die Räder angeschlossen und die Schnürsenkel für eine Wanderung straff gezogen. Es ging stetig bergan, anfänglich durch eine Canyon artige Schlucht und üppig-grünen Wald. Nach ca. 5 Km schweißtreibenden Aufstieg kam das Break von der lieben Manu. Alles O.K., eine schöne Aussicht war erreicht und zurück muss man ja auch wieder. Unser Übernachtungsplatz sollte nun mal so richtig nah an der Landbevölkerung sein. Also haben wir willkürlich ein Dorf (winzig klein, schätzungsweise 50 Einw.) angesteuert und uns mitten auf den kleinen Dorfplatz hingestellt natürlich nicht,ohne vorher den Chef des dortigen Männertreffpunkt, zu fragen. Alles kein Problem, wir wurden gleich zu Tee und Gebäck geladen. Die Nacht war dann, erwartungsgemäß, nicht ganz so ruhig. Allerlei Getier, bis hin zum Esel, meldete sich zu Wort. Und am frühen Morgen, es war noch dunkel, rief der Muezzin zum Gebet. Was tut man nicht alles für die deutsch-türkische Freundschaft!
31.3. Der heutige Morgen fing gleich wieder lustig an. Nach dem Frühstück wurde ich (Matthias) in die Männerrunde zum Tee geladen. Mit Konversation war leider nicht viel, aber die Geste zählt. Mit Händen und Füßen kommt dann doch so mancher Lacher zustande. Aber kaum war ich vom Auto weg, kamen die Frauen und Kinder zu Manuela. Frauen verstehen sich, glaub ich, manchmal blind. Jedenfalls war da Stimmung und es dauerte nicht lange und Manuela war in einem der Bauernhöfe verschwunden. Das Ganze endete dann damit, dass wir Eier, Apfelsinen und Zitronen in unserem Auto verstauen mussten.
Ach, ja und eine wirklich große Schüssel mit Milchreis musste Manuela auch noch auslöffeln. Dann ging es aber wirklich weiter, denn wir wollten noch nach Pamukkale. Hier angekommen mussten wir feststellen, dass die Zeit für eine Besichtigung der dortigen Kalksteinterrassen, noch heute, zu knapp wäre. Deshalb stellten wir uns mit unserem Auto mit Blick auf die Terrassen und haben diese schon mal im Abendlicht, ohne Touristenrummel, genießen können.
1.4. Heute sehr zeitig aufgestanden. Es war durch die Zeitumstellung sogar noch dunkel. Wir wollten unbedingt vor dem großen Anrollen der Touristenbusse am Berg sein! Die Rechnung ging nicht ganz auf, ein Bus mit Japanern war doch noch schneller. Die sind uns eben doch immer einen Schritt voraus. Übrigens für Folgetäter: Der schönste Aufstieg ist nicht der vom Haupttor A oder B sondern ein kleiner Zugang vom Ort. Dieser darf nur barfuß begangen werden, ist aber sehr schön. Man geht direkt über den Kalkstein durch fließend, lauwarmes Wasser welches, je höher man kommt, immer wärmer wird.
Auch darf man dort noch in die natürlichen Pools steigen und, sofern man Badesachen dabei hat, auch ein Vollbad nehmen. Badesachen sind sowieso ratsam da man im zwar künstlich angelegten aber sehr schönen “antiken” Pool oberhalb der Anlage, hinter dem Museum für 35 TL wunderbar in 35 Grad warmen Wasser baden kann. Und der besondere Reiz an der Sache ist, im glasklaren Wasser wurden echte antike Elemente, vermutlich aus den Ruinen von Hierapolis, versenkt.
Hierapolis ist übrigens im selben Gelände und kann bei einer schönen Wanderung besichtigt werden.
Ich (Matthias) war übrigens allein in diesem Pool. Wie das in der Saison ist, darüber möchte ich keine Prognose abgeben. Danach ging es wieder zum Meer, wo wir in der Nähe von Mamaris wieder ein schönes Übernachtungsplätzchen direkt am Strand fanden.
Auf eure Erlebnisse bin ich doch richtig neidisch, ihr habt keinerlei Angst vor Körperkontakt. Respekt.