02.04.2014 – 03.04.2014
2.4. Der Vormittag verging mit einem Stadtrundgang in Marmaris und einigen Erledigungen (Einkauf und Wäsche waschen).
Die Touristenmetropole Mamaris ist zu dieser Jahreszeit wirklich einen Besuch wert. Es sind nur die kleineren Lokale geöffnet und die Einheimischen sind fast unter sich. Sehenswert ist vor allem die malerische Altstadt und die Uferpromenade. Gegen Mittag ging es dann weiter Richtung Bozburun Halbinsel. Diese Entscheidung erwies sich als absoluter Volltreffer. Diese Halbinsel ist bergig, herrlich grün, bietet versteckte Badebuchten, herrliche Aussichten, ursprüngliche Dörfer und sehr wenig Autoverkehr auf allerdings überwiegend schlechten Straßen. Der krönende Abschluss dieses Tages war dann, das romantische Fischerdorf Bozburun.
Hier drängen sich die niedrigen Häuser rund um den Hafen und die Einheimischen verdienen sich ihr Geld, neben dem verhaltenen Tourismus, hier noch mit dem Fischfang. Auf dem Dorfplatz spielte eine Berliner Band spontan einige Titel. Die Band war zu einem Konzert in Istanbul und weilte hier zu Besuch bei einem Freund.
Unter den Zuhörern war auch der gut deutsch sprechende Wirt des Restaurants ´”Möwe”. Wir kamen ins Gespräch und einigten uns darauf, heute am Abend bei ihm zu essen.
Nun musste noch geklärt werden, was wir essen möchten. Zur Auswahl stand Rind, Hammel oder Fisch. Natürlich viel die Entscheidung für den Fisch. Daraufhin schwang er sich auf sein Rad und fuhr zum Fischer. Wenig später standen wir mit Laptop (er hat Internet) unterm Arm und einem ungutem Gefühl im Bauch (wir waren die einzigen Gäste) in seinem sehr einfachen aber gemütlichen Lokal. Er war gerade dabei, die benötigten Kräuter aus seinem improvisierten Vorgarten, zu holen. Um zum Abschluss zu kommen, unsere Befürchtungen waren absolut unbegründet. Das Essen war absolute Spitze und es wurde ein sehr interessanter Abend! Dazu nur soviel, über der Tür hängen Bilder von B.Brecht und Pablo Neruda und als musikalische Umrahmung gab es Musik von Hannes Wader.
3.4. Am heutige Morgen konnten wir von unserem Logenplatz am Hafen (wir konnten hier problemlos übernachten) sehr schön das Erwachen des Dorfes beobachten. Zuerst fuhren die Fischer hinaus und nach dem unvermeidlichen Weckruf des Muezzin, erwachte auch der Rest des Dorfes. Es dauerte auch nicht lange und die Männerwelt saß beim ersten Tee zusammen. Dann starteten auch wir und es ging weiter auf dem 2.Teil unserer Umrundung der Halbinsel. Es wurde fast noch uriger und einsamer, je mehr wir zur Spitze der Halbinsel kamen.
In einer, nur zu Fuß zu erreichenden Badebucht, trafen wir Fabian und Hannes aus Deutschland. Die Beiden waren auch auf Halbinsel-Umrundung, allerdings zu Fuß. Sie hatten dort im Zelt übernachtet und wir haben uns sehr nett unterhalten. Schlussendlich haben sie sich gefreut, einige Straßenkilometer mit uns fahren zu können.
Wir haben dann noch unsere Wäsche in Marmaris abgeholt und sind noch weiter bis Ekincik gefahren. Hier war unser erster Grillabend.
Hallo ihr beiden – wir hatten noch zwei sehr schöne Tage auf unserem Weg nach Bozburun. Zwischendurch haben wir eine der einsamen Buchten zum Campen gefunden. Im Dunkeln betrachtet hatte man fast das Gefühl, in Thailand zu sein. Natürlich haben wir der Möwe einen Besuch abgestattet – aber anscheinend war der Chef etwas zerknirscht, dass da jemand am Sonntag nach ihm verlangte. Hat sich aber trotzdem Mühe gegeben und ein leckeres Fischessen gezaubert.
Die Bilder der verlassenen Berghütte weiter oben sind super – vor allem die zwei Paar Schuhe, in denen sich die Zehen des alten Besitzers eingraviert haben sind ein schönes Motiv.
Ich hoffe, ihr habt noch eine schöne Reise und könnt den einen oder andern Tipp „abarbeiten“.