Moremi und Chobe Nationalpark 06.06.2018 – 25.06.2018

Ein sehr schönes Gefühl nun endlich wirklich unterwegs zu sein. Unser erstes Ziel ist Maun in Botswana. Hier laufen alle Drähte, welche die touristischen Aktivitäten, vor allem für den Norden und die Mitte von Botswana betreffen, zusammen. Die etwa 600 km von Windhoek bis Maun sind zwar durchgehend asphaltiert und fast immer in gutem Zustand, aber relativ langweilig, da fast ausschließlich eintöniges Farmland die Strecke prägt. Auch wir wollen in Maun versuchen, noch die eine oder andere Übernachtung im Moremi und Chobe Nationalpark zu buchen. Es ist zwar überhaupt nicht unser Ding unsere Reise nach Terminen zu planen, aber laut Internet und den Aussagen anderer Reisender hat man ohne Buchung in Botswana, vor allem in der Saison, keine Chance eine Übernachtung in den NP`s zu bekommen. Wir hatten Anfang Mai dieses Jahres online nach Terminen angefragt und bekamen umgehend nur Absagen mit dem Hinweis, man müsste mindestens ein Jahr im Voraus buchen. Ohne große Hoffnung machen wir uns aber trotzdem auf den Weg zum Wildlife Offices (DWNP), vielleicht gibt es ja Stornierungen. Zu unserer großen Überraschung war plötzlich alles kein Problem, wir bekamen fast wunschgemäß 2 Übernachtungen für den Moremi NP und 3 Übernachtungen für den Chobe NP! Versteh Einer die Vergabestrategie der zuständigen Stellen. Tipp: Apropos zuständige Stellen, „Wildlife Offices“ (DWNP) verkauft nur die Eintrittsgebühren für die NPs. Die Campsites muss man in den Büros der zuständigen privaten Betreiber buchen. In unserem Fall waren das 3 verschiedene Anlaufpunkte, da es ja nicht mal so geregelt ist, dass nur ein Betreiber für jeweils einen NP zuständig ist. Ein halber Tag für Organisation war somit schon mal vertan. Wir waren aber trotzdem über den unverhofften Buchungserfolg sehr glücklich. Nach 2 Tagen in Maun, wo man sich übrigens auch mit allen notwendigen Dingen sehr gut versorgen kann, starten wir zunächst Richtung Südeingang des Moremi NP`s. Nach etwa 20 km Asphalt, treffen wir nun für die nächsten etwa 600 km auf Piste. Das bedeutet, Luftdruck reduzieren und alles sichern was sich selbstständig machen könnte. Die letzten 30 Km bis zum Parkeingang sind von der letzten Regenzeit noch so stark zerfahren und noch nicht wieder hergestellt, dass wir zeitweise nur im Schritttempo vorankommen. Wir haben auf dieser Strecke schon so viele Tiersichtungen, auch viele Elefanten, dass wir uns schon fragen, warum wir überhaupt die doch recht preisintensiven Buchungen im Park getätigt haben. Hierzu muss man sagen, dass die NPs in Botswana nicht umzäunt sind und sich die Tiere natürlich nicht an die imaginären Grenzen halten. Wir fahren etwa 5 km vor dem NP Eingang in einen Waldweg und verbringen unsere erste Nacht, zumindest auf dieser Reise, so wirklich im Busch. Wir sind da ganz ehrlich, vor allem die erste Buschnacht ist immer wieder sehr gewöhnungsbedürftig. Die nächtlichen Geräusche und das Wissen, dass auch Raubtiere, wie Leoparden und Löwen um das Auto schleichen könnten, ist zumindest für uns, Respekt einflößend, aber auch unheimlich schön und spannend. Am nächsten Morgen stehen wir pünktlich 6.00 Uhr am Tor, die Schranke ist oben, aber Personal ist nirgendwo zu sehen. Wir warten bis fast 7.00 Uhr, ohne das etwas passiert. Es kommt auch kein weiteres Fahrzeug. Unsere Geduld war nun erschöpft und wir fahren ohne Anmeldung in den Park, was übrigens ohne Folgen blieb.
Im Park verlassen wir gleich die Hauptpiste nach Süden und befahren den sehr empfehlenswerten „Black Pools Drive“. An den Black Pools machen wir Frühstück und können dabei die Tiere am Wasser beobachten, darunter auch Hippos und ein gigantisches Krokodil. Auf dem Weg zu unserer ersten Campsite hier im Park treffen wir nach 8 Stunden, gegen 16.00 Uhr, das erste Fahrzeug überhaupt an diesem Tag. Um es vorweg zu nehmen, trotz des noch folgenden Missgeschickes und das uns das Glück, Löwen oder Leoparden zu sichten, dort verwehrt blieb, war dieser Park bisher für uns der natürlichste und abwechslungsreichste Park überhaupt. Nach einer ruhigen Nacht auf der Campsite  „Third Brigde“ starten wir wieder gegen 6.00 Uhr. Der Weg zur nächsten Campsite („Xakanaxa“) ist zwar nicht weit, aber frühzeitiger Start erhöht ja bekanntlich die Chancen nachtaktive Raubtiere möglicherweise noch am Riss anzutreffen. Dieses Glück blieb uns zwar, wie schon beschrieben, verwehrt, aber dafür konnten wir während unserer Frühstückspause eine Herde Elefanten beim Fressen intensiv beobachten. Das ganze fand auf einer Art Insel statt. Womit wir bei schon angekündigten Missgeschick wären. Es liegt ja in der Natur der Sache, das eine Insel von Wasser umgeben ist. Nur gibt es hier keine Brücken, also man muss durchs Wasser fahren. Die Tiefe der Furt war leider nicht zu sehen, aber Fahrspuren verrieten uns, dass zumindest eine Durchfahrt möglich sein musste. Durchlaufen und testen ging nicht, da ich keine Lust hatte als Krokodilfutter zu enden. Warum sollten wir da also nicht auch durchfahren können? Nun allen Mut gefasst und langsam los. Am Anfang war alles noch beruhigend, flachere Durchfahrten hatten wir ja schon vorher „gemeistert“, jedoch gegen Mitte der Furt wurde es abrupt wesentlich tiefer, uns blieb das Herz fast stehen. Es wurde tiefer und tiefer. Es gab jedoch kein zurück mehr und nach wenigen Metern ging es wieder deutlich aufwärts und wir waren glücklich wieder draußen. Allerdings auf der anderen Seite und für uns stand fest: durch diese Furt nicht wieder! Was wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wussten, es war die einzige Möglichkeit. Also mussten wir nach der Inselrundfahrt, Wohl oder Übel, wieder da durch. Entweder bin ich da aus Angst zu schnell gefahren, sodass die Bugwelle dieses Mal noch höher war, oder ich habe nicht genau die gleiche Spur erwischt. Jedenfalls waren wir noch tiefer im Wasser und ein kurzes, seltsames Geräusch ließ mich nichts Gutes ahnen. Es lief zunächst aber alles normal, nur der Geruch nach etwas Heißem beunruhigte mich. Wir fassten, den im Nachhinein rettenden Entschluss, auf kürzestem Weg zur Campsite zu fahren. Kurz davor ging die Kühlwasserkontrolle auf Alarm, sodass ich sofort den Motor abstellen musste. Ein Blick unter die Motorhaube bestätigte dann meinen schlimmen Verdacht. Die Wasserdurchfahrt war zu tief, sodass das Lüfterrad der Motorkühlung in vollem Lauf Kontakt mit dem Wasser bekommen hatte und dadurch zwei Flügel abgebrochen waren und diese Bruchstücke wiederum den Kühler an 5 Stellen leck geschlagen hatten.

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Wären wir weiter gefahren, hätte das mit Sicherheit einen kapitalen Motorschaden zur Folge gehabt. Es war trotzdem noch schlimm genug. Wer soll uns hier über die schlechten Pisten bis nach Maun schleppen oder wie sollen wir hier Hilfe bekommen und vor allem, wann. Aber hier fällt mir folgender Spruch ein: „Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Das Licht kam hier in Form von zwei super netten südafrikanischen Camper Pärchen. Diese haben uns erst einmal beruhigt und die wenigen Meter auf die Campsite geschleppt. Mit Hilfe der beiden Männer haben wir Kühler und Lüfter ausgebaut. Danach wurde der Kühler mit einem speziellen Metall 2-Komponenten Kleber abgedichtet, die fehlenden 2 Lüfterflügel haben wir durch Schrauben ersetzt, damit wenigstens ein Gewichtsausgleich gegeben ist. Nach einer Dichtprüfung am nächsten Tag und der anschließenden Montage lief der Motor gegen Mittag wieder. Uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen, so konnten wir wenigstens aus „eigener Kraft“ zurück nach Maun fahren und neue Teile besorgen. Unseren gemeinsamen Erfolg haben wir dann noch mit den beiden netten Pärchen am abendlichen Lagerfeuer begossen.

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Bei der Ersatzteilbeschaffung waren sie uns mit ihren Kontakten dann auch noch sehr behilflich. Die Teile kamen dann 2 Tage später mit dem Flieger von Gabarone nach Maun. Der Preis für den Transport für die ca. 700 Km Strecke war dann mit umgerechnet 15,50 € eine wirklich positive Überraschung. Somit hatten wir noch, wie man immer so schön sagt, sehr großes „Glück im Unglück“ und konnten schon am nächsten Tag wieder zum Moremi NP aufbrechen. Hier fehlte uns ja noch die Kwhai River Region im Norden. Diese Region ist so toll und hat so ein ausgedehntes Wegenetz auch schon außerhalb des NPs, dass wir uns einen nochmaligen Parkbesuch und natürlich auch die Parkgebühren, ohne das Gefühl etwas verpasst zu haben, einfach mal gespart haben. Unsere Übernachtungsplätze im Busch waren herrlich und die Tiere machen, wie schon vorher erwähnt,vor der imaginären Parkgrenze nicht halt. Vom Moremi NP sind wir dann nahezu nahtlos in den Chobe NP übergewechselt. Dort hatten wir 2 Nächte im Savuti Camp geordert. Zwei Nächte sind hier, unserer Meinung nach, auch erforderlich, weil man schon für die beschwerliche Anreise mindestens einen halben Tag rechnen muss. Am nächsten Morgen klingelte 5.30 Uhr der Wecker und um 6.00 Uhr waren wir dann schon in der Morgendämmerung auf Piste. Das Glück stand uns dieses Mal zur Seite und wir durften eine Löwenfamilie ausgiebig beim Spielen der kleinen und dem morgendlichen Dösen, der großen Löwen beobachten. Anfangs waren wir noch 2 Fahrzeuge am Ort, aber wie das dann so ist, standen innerhalb kürzester Zeit außer uns, noch 6 voll besetzte Safari Jeeps auf engstem Raum. Als dann die Löwenfamilie ca. 1 km weiterzog, um sich in einer anderen Buschgruppe nieder zu lassen und die ganze Auto Karawane auf Schritt und Tritt folgte und dabei den armen Tieren fast noch über die Schwänze gefahren wären, war für uns der Zeitpunkt gekommen, uns vorerst auszuklinken. In sicherem Abstand haben wir unser Dach hoch gefahren, in Ruhe gefrühstückt und sogar noch einen Kuchen gebacken. Als dann nach ca. 2 Stunden der Spuk endlich vorbei war, hatten wir die Löwen für uns allein. Löwen am Tag sind aber meist eher eine langweilige Geschichte, da sie fast nur schlafen und maximal mal gelangweilt den Kopf heben oder sich auf die andere Seite drehen. Nach den 2 Tagen im Savuti Camp hatten wir noch einen Tag im Linyanti Camp gebucht. Lt. Reiseführer eines der abgelegensten und einsamsten Camps in ganz Botswana und neben der Chobe River Front, der Elefanten Hot Spot schlechthin. Das Erstere mag ja stimmen, zumal die Anfahrt dahin wirklich über lange und sehr tiefsandige Passagen recht abenteuerlich ist, aber Elefanten haben wir leider nicht einen zu Gesicht bekommen. Es gibt auch um das Camp kaum ein Wegenetz, sodass die Möglichkeiten für eigene Tierbeobachtungen sehr beschränkt sind. Das Camp selbst liegt schon sehr schön, etwas erhöht über der Flusslandschaft und die Tour da hoch und dann am Linyanti entlang bis zum Ngoma Gate ist sehr abenteuerlich und unbedingt empfehlenswert, zumal sicher etwas später auch die Elefanten wieder da sein werden. Jedoch die teure Übernachtung im Camp kann man sich sparen, denn 1 Km weiter ist man aus dem Park raus und der Busch tut`s auch. Ja, wir sind dann zu besagtem Ngoma Gate gefahren, um die Chobe River Front, nach 2016 nun zum zweiten Mal, zu befahren. Hier wurden wir nun erwartungsgemäß, wieder mit reichlich Tiersichtungen, vor allem mit unseren geliebten Elefanten, verwöhnt. In Kasane werden wir nun erst einmal 2 Tage bleiben, um uns wieder etwas zu ordnen und einige Dinge zu erledigen.

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Reisen, fast so wie auf Arbeit gehen

02.05.2018 – 05.06.2018

Endlich wieder in Afrika!

Auch dieses Mal haben wir wieder so einiges an Ersatzteilen für Reparaturen und Neuerungen für unsere Wohnkabine im Reisegepäck.

Der Plan war, möglichst alle Teile bis zum 09.05.2018 an den richtigen Stellen zu verbauen, danach für 6 Tage zu Besuch unserer Tochter nach Äthiopien zu fliegen, und nach unserer Rückkehr möglichst schnell Richtung Südafrika zu starten.

Bis auf die 6 Tage Äthiopien kam aber alles ganz anders. Zur schon vorher defekten Heizung kam dann noch unerwartet in kurzer Folge, der Kocher und der Backofen hinzu. Ersatzteile aus Deutschland waren dringend notwendig. Bloß wie diese schnellstmöglich herbekommen?

Hier konnte uns einmal mehr unser „Engel“ Manfred helfen. Manfred ist der Eigner der Farm, auf welcher wir unser Auto während unserer „Heimaturlaube“ parken. Da wir nicht seine einzigen Kunden sind, hat er uns geraten, doch mal mit den nächsten „Ankömmlingen“ aus Deutschland Kontakt aufzunehmen.

Das war ein Volltreffer. Ein nettes Pärchen aus Bayern hat uns alle Teile mitgebracht.

Die Sache hatte nur einen Haken, die beiden kamen erst am 28.05.2018, also erst 2 Wochen nach unserem ursprünglich geplanten Aufbruchtermin.

War nun aber nicht zu ändern. Somit wurde aus Reisezeit eben Arbeitszeit und alle nicht ganz so wichtigen Dinge, welche schon immer mal geändert und verbessert werden sollten, wurden endlich erledigt. Es war wirklich wie zur Arbeit gehen. Gegen 7 Uhr aufstehen, Latzhose an, Frühstück, Arbeitsbeginn.

Es war aber trotzdem eine tolle Zeit, wir haben viel geschafft und durften in Manfred und seiner Frau Gerda zwei tolle Menschen näher kennenlernen. Sie haben uns nicht nur bei allen Problemen unterstützt, sondern auch zu mehreren Ausflügen, z. B. in die Berge der riesigen Nachbarfarm mitgenommen. Auch waren wir mehrfach gemeinsam Essen und konnten so unter fachlicher Anleitung, Manfred ist Jäger, unter den verschiedenen Wildfleischgerichten wählen.

Eine wirklich gelungene Überraschung war, als uns die beiden mit zu zwei Nashornbullen in die Farm seines Freundes mitgenommen hatten. Diese mussten früher zeitweise wegen mehrerer extrem trockener Jahre zugefüttert werden. Dadurch ist der damals noch kleine Jungbulle handzahm geworden, sodass man, das nun erwachsene Tier, sogar berühren konnte.

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In Anbetracht dessen, dass es trotzdem ein in der Wildnis aufgewachsenes Tier mit spürbar unbändiger Kraft ist, waren wir aber trotzdem total aufgeregt und froh, als wir wieder unbeschadet im Auto saßen.

Folgendes, kurioses Erlebnis hatte noch Manuela: Manfred wurde in seiner Funktion als Jäger in eine andere Farm gerufen, weil sich da ein offensichtlich tollwütiger Kudu herumtreibt. Als die beiden dort eintrafen, hatte sich das Tier zu seiner vorübergehenden Rettung bereits in das Schlafzimmer der Farmbesitzer Besitzer gerettet. Dabei entstand das folgende Foto.

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Wir möchten uns hiermit nochmals ganz herzlich für die nicht selbstverständliche Hilfsbereitschaft und die tolle Gastfreundschaft bei Gerda und Manfred bedanken.

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Zurück zu unserem Auto: Nachdem ich nun alle Ersatzteile verbaut hatte, übrigens mit nicht 100%igen Erfolg, die Heizung versagt immer noch ihren Dienst, sollte auch das Zugpferd, unser Bremach, eine gründliche Durchsicht und Pflege erhalten.

Da der Sohn von Manfred auf der Farm auch eine LKW-Werkstatt betreibt, sollte alles kein Problem sein. Wäre es auch nicht gewesen, wenn da nicht immer die leidige Ersatzteilbeschaffungsfrage wär.

Wegen 2 Kugellagern und einem Flachriemen mussten wir noch weitere 4 Tage im demontierten Auto auf dem Betriebshof campieren.

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Wir hatten also nunmehr 3 Wochen Verspätung und immer noch eine defekte Heizung.

Nun musste eine Planänderung her. Für Südafrika würde die Zeit zu kurz werden, da wir schon Anfang August, wegen Tausch der Zollpapiere das Land wieder verlassen müssten. Außerdem würden wir Richtung Süden und ohne Heizung, immer mehr in den afrikanischen Winter fahren.

Das kann ich meiner Frau nicht antun!

Somit sind wir am 05.06.2018 Richtung Botswana gestartet und werden uns dann über Simbabwe Richtung Norden in wärmere Regionen bewegen. Südafrika läuft uns nicht weg!

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Letztes gemeinsames Frühstück, mit anderen Reisenden, auf Manfreds Campsite.