Von Palmwag durch Damaraland nach Puros und weiter durch Kaokoland und Marien-Flusstal zum Kunene-Fluss

16.10.2016 – 25.10.2016

Bei Palmwag entrichten wir für die Durchfahrt des dortigen Konzessionsgebietes, eine Gebühr von 200 ND/Tag. Das Gebiet ist durch seinen Wildreichtum bekannt, mit etwas Glück soll man auch Nashörner zu Gesicht bekommen. Wir hatten das Glück leider nicht, aber reichlich andere Tiere und die tolle Landschaft des Damaralandes machten die Tour, auch ohne Rinos zu einem besonderen Erlebnis. Auf jeden Fall sollte man alle Schleifen zu Beginn des Gebietes, trotz teils recht ruppiger Strecke, mitnehmen.

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Bei frühzeitigen Start käme man auch an einem Tag durch das Gebiet, aber zwei Tage sind schon wegen der Tierbeobachtungen und der Übernachtung an einem der ausgewiesenen und schönen Stellplätze entspannter.

Der Ausgang des Gebietes mündet genau in das trockene Flussbett des Hoanib River. In diesen biegen wir nach Westen ein und fühlen uns sogleich wie im Garten Eden. Schon auf den ersten Metern sehen wir Giraffen, ganze Herden von Orix, Springböcken, Affen und wieder Elefanten. Zur unserer großen Überraschung zeigen die Tiere wesentlich weniger Scheu als bisher und sie lassen uns bis auf wenige Meter heran.

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Wir sind davon so begeistert, dass wir am nächsten Tag noch einmal ca. 30 km flussaufwärts fahren und werden wieder, vor allem mit spannenden Elefantensichtungen belohnt.

Nach ca. 40 km wieder flussabwärts geht der Trail aus dem Tal heraus Richtung Norden durch wüstenhafte Landschaft und etwa 80 km bis zum Hoarusip River. Wir fuhren aber noch nicht bis zum Fluss, denn die Faszination der Wüste hatte uns wieder ergriffen. So kam uns ein Felsplateau mit traumhafter Aussicht über die Wüste als Übernachtungsplatz gerade recht.

Der Hoarusib River überraschte uns dahingehend, dass dieser im Gegensatz zu allen anderen bisherigen Flüssen, etwas Wasser führte. Dadurch ist der “Puros Canyon”, wie dieses Tal offiziell heißt, noch grüner als die anderen Täler und die Fahrt hindurch, durch die ständigen Querungen des Wassers, sehr abwechslungsreich. Etwas enttäuschend war nur, dass wir außer ein paar Affen, keine weiteren Wildtiere zu Gesicht bekamen. Unerklärlich deshalb, weil durch das Wasser und das viele Grün beste Voraussetzungen gegeben sind. Vielleicht lag`s ja gerade am vielen Grün.

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In Puros blieben wir dann 2 Tage auf der sehr schönen und naturbelassenen “Omenje Campsite”. Unsere Hoffnung hier unsere Lebensmittelvorräte auffüllen zu können, (unsere letzte Einkaufsmöglichkeit lag ja nun schon 6 Tage zurück) erfüllte sich leider nicht. Im Dorfladen gab es zwar reichlich Alkohol, Maismehl, Nudeln und anderen Kleinkram, aber wirklich keinerlei Gemüse, keine Butter oder Margarine, keine Eier und auch keine Wurst oder gar Fleisch.

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Von unserer langen Einkaufsliste hatte am Ende nur die Position “Saft” einen Haken. Was nun, da wo wir noch hinwollen gibt es mit Sicherheit gar nichts. Nach einer Inventur unser verbliebenen Vorräte und der Einschätzung der sich daraus mit etwas Erfindergeist ergebenden Möglichkeiten, stand schließlich fest, es muss gehen. Aber etwas Diesel sollte unbedingt noch in den Tank. Im Dorf hatten wir schon einige Hinweisschilder mit der Aufschrift ”Diesel,Petrol” gesichtet. Nach Anfrage beim Campingplatzbesitzer stellte sich heraus, dass er derjenige sei, welcher diesen “Service” anbietet. Also fuhren wir mit ihm zu seinem Haus. Dieses war, ortsüblich, etwa 3×5 m groß, einstöckig und war trotzdem noch in 2 Räume aufgeteilt. Hier lebt also der Campingplatzbesitzer mit seiner Familie. Nun waren wir froh, seine einfache Campsite angefahren zu haben. Und dass der Diesel hier naturgemäß das doppelte kostet (also dann etwa so viel wie in Deutschland), geht auch in Ordnung. Dieser muss schließlich erst von weit her herangekarrt werden und lagern muss er ihn ja auch noch in seinem kleinen “Haus”. Das Betanken war dann auch noch eine lustige Aktion, wie das Bild zeigt.

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Halbwegs ausgerüstet, aber trotzdem gut motiviert, starteten wir am nächsten Morgen Richtung Norden mit Ziel Kunene River an der Grenze zu Angola. Diese Strecke führt ausschließlich über Trails, das sind eigentlich nur Fahrspuren durch teilweise sehr schwieriges Gelände. Eine Tagesleistung (etwa 6-8 Stunden) von 150 km war schon gut.

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Das Kaokoland, welches wir nun befahren, ist mit Abstand der am wenigsten besiedelte und erschlossene Landesteil von Namibia. Und laut Reiseführer sollte man dort nur im Konvoi reisen, da Hilfe im Ernstfall nicht zu erwarten ist und es keine Netzabdeckung gibt. Und wenn ich mal ehrlich bin, den Gedanken an solch einen Fall musste ich oft verdrängen. Aber es ging alles gut, wir haben uns viel Zeit genommen und die Zeit in vollen Zügen genossen. Kaokofeld ist Landschaft und Einsamkeit pur!!! Es wird niemals eintönig, ständig ändert sich die Landschaft, mal Gebirge, mal Sandwüste, mal paradiesisch anmutende Grassavanne z. B. im Marien-Flusstal und ganz im Norden an der Grenze zu Angola, der grünlich-blaue, aber leider, krokodillastige Kunene-Fluss.

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Da uns bisher hier in Namibia, nicht nur wegen der sehr dünnen Besiedlung, die menschlichen Begegnungen gefehlt haben, freuten wir uns sehr über zwei intensive Begegnungen mit den Himbas. Die Himbas sind ein nomadisches Hirtenvolk, welches man nur noch hier oben in dieser relativen Abgeschiedenheit in seiner ursprünglichen Lebensform erleben kann. Himbas hatten wir vorher schon einige gesehen. Die ersten in Swakopmund bettelnd oder sich aufdringlich für Fotos anbietend, gegen Geld natürlich. Auch gibt es Himba Museumsdörfer, wo ganze Busladungen ausgekippt werden. Das hatten wir uns erspart. Unsere erste Begegnung war vollkommen unerwartet. Wir trafen auf eine einzige Familie, normalerweise leben die Himbas in kleinen Dorfgemeinschaften. Aber diese Familie lebt allein, völlig abgeschieden. Der Vater schöpfte gerade, tief im Brunnen stehend, Wasser für seine Kühe nach oben.

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Die Begegnung war zwar erst distanziert, aber nach viel Hand und Fuß “Gespräch” entspannte sich die Situation sehr schnell und wir durften noch ein paar schöne Fotos schießen.

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Diese Begegnung machte uns Mut zu mehr. Wir hatten im Reiseführer genau den “Himba-Knigge”studiert und eine große Tüte Maismehl und Zigaretten gekauft. Bei einem Himba Dorf saßen viele Menschen im Schatten eines Baumes. Wir nahmen all unseren Mut zusammen und parkten unser Auto in respektabler Entfernung des Dorfes, aber auch so, dass man uns bemerken musste. Wir hatten die “Mitbringsel” und den Fotoapparat aber erst mal tief in einer Tasche verstaut. Mit einem “Quirl im Bauch” gingen wir langsam auf das Dorf zu. Wir blieben stehen, als die Hundemeute anschlug und uns einzukreisen begann. Zum Glück pfiff ein junger Himba die Krakeeler zurück. Er kam auf uns zu und wir baten um den Besuch im Dorf. Er verstand unser Anliegen und wir durften ihm folgen. Wir stellten uns so gut es ging vor und erfragten ihre Namen, mit irgendetwas muss man ja schließlich das Gespräch in Gang bringen. Den eigentlichen “Durchbruch” brachten aber wirklich erst die Zigaretten (bei den Männern) und das Mehl (bei den Frauen). Und als wir dann noch fotografieren durften und sie sich auf dem kleinen Monitor sehen konnten, war der “Bann” endgültig gebrochen. Es gab dann noch folgendes unglaubliches Erlebnis: Der junge Himba vom “Einlass” fing an sich die Bilder in unserem Reiseführer anzuschauen. Als er einige Abbildungen von Himbas darin fand, war er hoch erfreut und zeigte diese in der Runde. Die darauf folgende Aufregung konnten wir uns erst nicht erklären, bis uns ein älterer Mann zu verstehen gab, dass genau die beiden abgebildeten Personen seine Eltern sind. Die Mutter lebt noch in einem weit entfernten Dorf, aber der Vater sei schon gestorben. Er war so gerührt, das wir nicht anders konnten als ihm die zwei Seiten aus dem Buch zu schenken. Da konnte man auch bei einem stolzen Himba Mann echte Freude sehen.

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Dieses Erlebnis der besonderen Art lieferte uns noch den ganzen langen und warmen afrikanischen Abend Gesprächsstoff. Und eine Idee wurde “geboren”. Dazu aber später. Der letzte Abschnitt durch das Marien-Flusstal war dann fahrtechnisch richtig entspannend. Das riesige Tal ist fast so gerade wie ein Tisch und der Fahrer kann auf sandiger Piste nicht viel falsch machen und auch mal seinen Blick über die weite Gras- und Buschlandschaft schweifen lassen. Am späten Nachmittag erreichten wir dann ein winziges Dorf am Kunene River. Hier gibt es auch zwei Campsites, aber beide sagten uns nicht so recht zu. Wir hatten ja alles dabei und die Dinge, welche uns fehlten, konnten wir da auch nicht bekommen. Wir suchten uns also selbst einen wunderschönen Platz am Fluss, der war dann uns ganz allein.

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So ganz allein dann eigentlich doch nicht. Wir saßen gerade beim Abendbrot, Manuela hatte sich gerade ungläubig bezüglich der “angeblichen” Krokodile im Kunene geäußert, als zwei 3 Meter Teile gemütlich bei uns vorbeitrieben. Es dauerte dann schon etwas, bis ihr Mund wieder zu ging.

Unser Frühstück haben wir dann am nächsten Morgen am Kunene Aussichtspunkt eingenommen. Eine absolut empfehlenswerte Sache. Die etwas beschwerliche Anfahrt lohnt unbedingt! Hier macht der Fluss eine große Schleife eingebettet in hohe Berge auf namibischer und angolanischer Seite. Anschließend besichtigten wir noch eine sogenannte Fly Inn Logde. Hier werden die gut betuchten Urlauber eingeflogen. Eine wirklich tolle Anlage, aber für die 380,-€ pro Person/Nacht sind wir mindestens vier Wochen unterwegs.

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Nun zu der Idee bezüglich der Himbas. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir es machen sollen. Ohne Zweifel trägt natürlich jeder Kontakt mit diesen noch relativ ursprünglich lebenden Volk der Himbas dazu bei, dass diese Ursprünglichkeit immer weiter bröckelt. Wir werden´s aber nicht verhindern können und warum sollen wir diesen Menschen, die uns auch freundschaftlich empfangen haben, nicht auch eine Freude bereiten. Also, wir hatten ja bei unserem Besuch festgestellt, dass diese Leute einen unglaublichen Spaß daran hatten, wenn sie sich nach einem Foto auf dem kleinen Monitor selbst sehen konnten. Da wir einen kleinen Reisedrucker dabeihaben, welcher sogar recht ordentliche Farbbilder druckt, waren schnell von allen ein paar Portraitbilder gedruckt. Und da wir sowieso wieder bei dem Dorf entlang mussten, haben wir die Bilder noch schnell vorbeigebracht. Die Überraschung war wirklich riesengroß und sicherlich noch vertretbar, schließlich haben wir ihnen ja nicht das Satellitenfernsehen gebracht!

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Danach sind wir dann, Richtung Osten abgebogen und erreichten nach zwei Tagen wieder den ersten größeren Ort, Opuwo.

Auf der Fahrt nach Opuwo nahmen wir zwei Anhalterinnen mit. War lustig und neu für uns.

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Im Ort konnten wir nun endlich wieder nach Herzenslust einkaufen, das “Hungern” hat ein Ende! Übrigens so eine Phase hat auch seine Vorteile. Man besinnt sich wieder auf alte Tugenden und wird wieder kreativ. Das Brot wird wieder selbst gebacken, und wenn die edlen Säfte zur Neige gehen, wird Wasser abgekocht und kalter Pfefferminztee mit Zitrone getrunken. Plötzlich beginnt man wieder Dinge aufzuheben, welche man früher achtlos in den Müll geworfen hat, sei es eine Tüte oder nur ein Gummi oder ein Draht, vielleicht kann man es ja in der Not nochmal gebrauchen. Also doch was dran, Reisen formt den Menschen!

Vom “Elefantenfluss” über ”Desolation Vallay Trail” durch “Huab River” nach Palmwag

 

11.10.2016 -15.10.2016

Kommen erst recht spät von der “Bambatsi Gästefarm” weg, da uns interessante Gesprächspartner mit neuen Anregungen und ihren Erfahrungen fesseln. Im unschönen Örtchen Khorixas füllen wir nur unsere Diesel – und Essensvorräte auf und düsen schnell einem neuen Abenteuer entgegen. Der Besitzer einer “Schrauberwerkstatt” hatte uns eine tolle Tour empfohlen. Deshalb fahren wir Richtung Brandberg und übernachten vor dem eigentlichen Start der Tour nochmals “wild” auf einer Nebenstrecke vor dem Bergmassiv. Nach nur wenigen km am nächsten Tag quert unsere Piste das trockene Flussbett des “Ugab”. Hier fahren wir hinein, und folgen diesem auf sandiger Piste nach Westen. Nach wenigen 100 Metern große Aufregung bei der Bremachbesatzung, unsere erste Elefantensichtung!

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Elefantensch…..

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Zwei der Dickhäuter machten sich gerade über die Äste eines Baumes her. Beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit die Mädels mehr als armdicke Äste vom Baum brechen und genüsslich Kleinholz daraus machen. Wie ich mich dagegen mit meinem Kaminholz schwer tu. Das sollte nicht unsere einzige Elefantenbegegnung im Ugab Fluss bleiben. Insgesamt haben wir elf Stück bestaunen können. Wobei in der Nacht am einsamen Platz im Fluss schon etwas Jurassic-Park Feeling aufkam, als unmittelbar beim Auto Äste gewaltig knackten und später im Mondlicht ein Elefant so nah am Auto vorbeiging, dass dieses sogar ein wenig wackelte. Am nächsten Morgen waren wir aber dann schon so “cool”, dass wir sogar weiter vor dem Auto sitzen blieben, währenddessen 30 m neben uns zwei “Elis” unermüdlich einen Baum malträtierten. Obwohl wir immer ein Auge auf die beiden Elefanten hatten, gab es auf einmal hinter unserem Auto einen fürchterlichen Schnaufer und ein Blick unters Auto sagte uns: Diese Schuhgröße kennen wir nicht!!! So schnell waren wir noch nie im Auto. Er wollte aber nur mal von unserem Schattenbaum naschen und das in 5 m Entfernung, einfach stark! Nach diesen Erlebnissen, nur in diesem Flusstal, waren wir uns einig, allein schon dafür hat sich diese Reise gelohnt.

Die Strecke am nächsten Tag hatte dann völlig anderen Charakter. Über teils grottenschlechte Piste ging es wieder aus dem Tal heraus in ein wüstenhaftes Hochtal. Dort erwarteten uns grandiose Rückblicke zum Brandbergmassiv und eine endlos und lebensfeindlich erscheinender Steinwüste, umgeben von Bergen mit teils sehr kuriosen Formen. Die Landschaft erinnert an so manchen Westernfilm.

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Je mehr wir uns dem Huab River näherten, desto unwahrscheinlicher erschien uns die Möglichkeit zum Flussbett zu gelangen. Vor uns ein tiefer Canyon und ein Blick in die Tiefe verriet uns, da geht noch nichts. Das Trockenbett ist doch nicht so trocken. Üppiges Schilf und einige offene Wasserstellen ließen uns zweifeln.

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Rettung in der Not war ein Kuhhirte, welcher uns den richtigen Weg zeigte. Etwas oberhalb des Flusses ging es nun wenigstens erst einmal in die richtige Richtung. Das nächste Problem war nun, in dem riesigen, von Dünen und Büschen gesäumten Flussbett, den richtigen (trockenen) Einstieg zu finden. Wir hatten Glück, im zweiten Anlauf gelang uns dieses auf abenteuerlichen Wegen. Danach war alles nur noch ein Kinderspiel, wie auf einer Wüstenautobahn ging es viele Kilometer nach Osten. Am frühen Nachmittag erreichten wir dann  Palmwag, den Ort, wo wir vor über einer Woche unsere Tour wegen Reifenproblemen unterbrechen mussten. Hier bleiben wir nun eine Nacht und werden morgen einen zweiten Anlauf zum nächsten Mehrtagestripp ins Hinterland starten.

Spitzkoppe, Dorob Nationalpark, Skeleton Coast und Reifenprobleme

29.09.2016 – 10.10.2016

Nach 2 Tagen in Windhoek, freuen wir uns endlich wieder in die einsame Natur eintauchen zu können. Wir verlassen die Stadt auf der C28 mit Ziel Spitzkoppe. Im Komas Hochland finden wir unseren ersten wirklich freien Übernachtungsplatz, natürlich mit tollem Blick über das Bergland und obwohl unweit der Straße, kommt erst am nächsten Morgen das erste Auto vorbei.

Das Spitzkoppenmassiv übertrifft dann wirklich unsere Erwartungen. Das ganze Gebiet ist zwar großzügig umzäunt, aber so riesig, dass dieser Umstand keinesfalls das grandiose Panorama, vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang stört. Im ganzen Gebiet gibt es weitverstreut urige Übernachtungsstellen. Wir bleiben 2 Tage, genießen und wandern, soweit es die Hitze erlaubt, etwas durch die felsige Landschaft. Dabei entdecken wir, auch ohne Führer, alte Felszeichnungen.

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Nach 4 Tagen Hitze sehnen wir uns schon wieder nach Abkühlung und fahren deshalb und ungeplant nochmals an die Atlantikküste. In Henties Bay angekommen ereilt uns ein kleiner Temperaturschock. Bei nur noch 15 Grad und steifer Briese dann doch nicht so richtig Lust auf ein kühles Bad. Wir fahren weiter nach Norden entlang der Küste, rechts die Wüste, links der Atlantik, durch den Dorob Nationalpark. Zu unserer Überraschung gibt es unzählige, offizielle Möglichkeiten zum Strand zu fahren. Diese sind hauptsächlich für Angler gedacht, was uns aber nicht davon abhalten konnte, uns hier am Strand für die Nacht niederzulassen. Den schwer “bewaffneten” Anglern war`s egal und wir hatten eine nur vom rauschen der Wellen gestörte Nacht.  Am nächsten Tag sehen wir Tausende und Abertausende Robben auf Cape Cross. Man riecht und hört sie schon von weitem.

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Der sich anschließende Skeleton Coast Park war dagegen eher eine Enttäuschung.

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Außer bei einem Schiffswrack kommt man nicht mehr an das Wasser und die meist schnurgerade Salzpiste bietet relativ wenig Abwechslung. So reicht uns ein Kaffeestopp am Wrack und nach ein paar Fotos und dem Pflichtbad im Atlantik fahren wir kurz vor Torra Bay wieder nach Osten aus dem Park heraus. Entschädigung für unsere Augen bringt dann das wunderschöne bergige Damaraland. Dort finden wir in einem trockenen Flussbett wieder einen wunderschönen Übernachtungsplatz. Eine Orix- Antilope, welche bis zur Dunkelheit in unserer Nähe nach Futter sucht, macht das Afrikafeeling perfekt.

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Das heutige Ziel, Palmwag erreichten wir nicht ohne Probleme. 20 km vor dem winzigen Ort unser überhaupt erster Plattfuß.

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Der Wechsel ging zum Glück ohne Probleme. Das böse Erwachen kam erst beim Reifenservice. Der Reifen war Schrott, also nicht mehr zu reparieren. Wir hatten den Plattfuß auf der schlechten Piste zu spät bemerkt, sodass der Reifen schon zu viel Hitze bekommen hatte. Der nächste Rückschlag folgte auf dem Fuße. Diese Reifengröße läuft in Namibia sehr selten und ist hier in der “Pampa” keinesfalls zu beschaffen. Ohne Ersatzrad weiterzufahren, wäre noch größerer Unfug als jetzt schon mit nur einem Ersatzreifen in Afrika unterwegs zu sein, Anfängerfehler! Also fahren wir ohne Ersatzrad und flauem Gefühl im Magen die 350 km bis Otjiwarongo. Dort sollen in drei Tagen zwei Reifen für uns eintreffen. Also keine Eile. Deshalb nehmen wir uns auf der wirklich sehr schönen Campsite (mit Pool!) in Kamanjab eine Auszeit. Angenehme Überraschung dort, Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen bezahlen keine Übernachtungsgebühr. Hier treffen wir zufällig eine Bekanntschaft von Windhoek mit Reisefreunden aus Belgien. Bei der Besichtigung dessen Fahrzeuges blieb uns der Mund offen. Es fehlte wirklich nichts, bis zur Waschmaschine war alles dabei.

Die Übernahme der Reifen ging dann fast reibungslos über die Bühne. Diese waren zwar dann doch erst einen Tag später verfügbar, aber das ist Afrika. Jetzt haben wir zwei Ersatzräder und einen Tire Moni und können nun beruhigter die Pisten unter die Räder nehmen. Ein Tire Moni ist eine elektronische Reifendruckanzeige. Hätten wir dieses Gerät schon bei der ersten Panne besessen, dann wäre diese Investition schon wieder eingespielt. Man lernt eben nie aus.

Da wir nun nicht ein zweites mal die selbe Strecke fahren wollten um wieder in den Norden zu gelangen, planten wir wieder einmal alles neu. Wir wollen nun nur die Strecke bis Outjo zurückfahren und dann weiter Richtung Brandberg. In Outjo legen wir im Kaffee- und Restaurant “The Farmhouse” einen Stopp ein. Das Restaurant ist eine echte Empfehlung, die Inhaberin ist Namibierin hat aber das “Restauranthandwerk” in der Schweiz erlernt und ihre überaus nette Art wirkt durch ihr Deutsch mit Schweizer Akzent auch noch sehr lustig. Neben köstlichem Kuchen gibt es auch noch freies Internet, was hier im Land nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Auf der Weiterfahrt dann ein sehr schlechtes Erlebnis. Wir mussten machtlos ansehen, wie ein Kleinbus vor unseren Augen innerhalb weniger Minuten ausbrannte. Auch der Einsatz unseres Feuerlöschers konnte das Inferno nicht aufhalten. Zum großen Glück konnten sich aber die Insassen, drei kleine Kinder und die Eltern, noch rechtzeitig aus dem Auto retten.

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Auf der ältesten Gästefarm von Namibia, der Bambatsi Gästefarm, blieben wir dann statt der geplanten einen Nacht insgesamt drei Nächte. Als besonderes Schmankerl haben wir uns an einem der Abende ein romantisches und äußerst schmackhaftes Abendessen bei der Farmerfamilie gegönnt. Als Hauptgang gab es Elandbraten aus dem eigenen “Garten”.

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Bei einer Wanderung auf eigene Faust durch das Gebiet und insgesamt drei Ansitzen zu drei verschiedenen Tageszeiten auf einem Hochsitz am farmeigenen Wasserloch, konnten wir tolle Tierbeobachtungen machen. Es ist schon ziemlich aufregend, allein und zu Fuß z. B. den riesigen Giraffen auf 50 m gegenüberzustehen. Nur bei der Entdeckung frischer Geparden Spuren wurde uns dann doch etwas mulmig, sodass der Rundumblick und der Gang automatisch intensiviert wurde.

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Über Swakopmund durch die Wüste in die Hauptstadt

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Bevor es wirklich richtig losgehen kann, muss erst einmal für das leibliche Wohl gesorgt und getankt werden. Die Einfuhr von Lebensmitteln nach Namibia ist verboten und in den Tanks dürfen für die Verschiffung max. 10 Liter Diesel verbleiben.

Wir verlassen danach Walvis Bay auf einer Nebenstrecke Richtung Norden. Wie zur Einstimmung auf den afrikanischen Kontinent können wir hinter Walvis Bay eine große Ansammlung von Pelikanen und Flamingos beobachten. Gleich danach sind wir auch schon in der Wüste, die Namib reicht ja bis direkt an den Atlantik. Wir besteigen die 130m hohe “Düne 7” und genießen auf ihrem Kamm die frische Brise vom Meer und den tollen Ausblick.

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Swakopmund ist sicherlich die Stadt, welcher man die “Handschrift” des ehemaligen deutschen Protektorats auch heute noch am deutlichsten ansieht. Die Stadt ist wirklich hübsch anzuschauen, aber Afrikafeeling kommt noch nicht so recht auf. Wir schauen uns noch das sehenswerte Meeresmuseum an und verduften uns am nächsten Tag in die Wüste.

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Wenige Kilometer hinter Swakopmund passieren wir die Grenze zum Namib- Naukluft National Park. Wir fahren auf dem “Welwitschia Trail” vorbei am “Moon Valley”, welches seinem Namen wirklich Ehre macht, bis zur berühmten  1500 Jahre alten Welwitschia. Das soll die älteste Pflanze ihrer Art hier in Namibia sein.

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Unsere erste Wüstennacht, in völliger Einsamkeit, war ein wirklich schwer zu beschreibendes Erlebnis. Das uns unbekannte Gefühl von völliger Ruhe, muss man einfach selbst erlebt haben. Einziger Nachteil, ich habe meinen längst in Vergessenheit geratenen Tinnitus “wieder entdeckt”. Ein anderes wunderbares Erlebnis war der unvergleichlich, klare Sternenhimmel. Die zweite Wüstennacht erlebten wir, wieder allein, an der “Blutkuppe”, einem markanten Berg mit toller Aussicht über die Weiten der Namib.

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Am dritten Tag hatten wir uns selbst eine Lektion darüber erteilt, was man in der Wüste nicht tun sollte. Im Buch war eine angeblich ausgeschilderte Rundwanderung durch einen trockenen Canyon angepriesen. Auf dem Schild am Einstieg sah alles sehr einfach aus, aber einmal im Canyon, ohne irgendwelche Hinweise sah die Welt plötzlich ganz anders aus, zumal der Canyon mehrere Verzweigungen aufwies. Um es kurz zu machen, wir fanden den Ausstieg nicht und müssten, womöglich kurz vor dem Ziel, umkehren und waren erst nach über 6 Stunden wieder am Auto. Zum Glück hatten wir wenigstens ausreichend Wasser dabei. Alles nochmal gut gegangen, das passiert uns sicher nicht wieder!!!

Den Schreck hatten wir dann, in unserer dritten einsamen Wüstennacht, mit Rotwein runtergespült. Unser “Camp” hatten wir dazu in der Nähe eines Stausees bezogen, da dort tolle Tierbeobachtungen möglich sein sollen. Nur leider hatte dieser, in Folge der  langen Trockenheit keinen Tropfen Wasser, also auch keine Tiere. Das diese wirklich sehr unter der Trockenheit leiden beweisen die vielen Kadaver, nicht nur am Wegesrand. Die Geier haben die Qual der Wahl.

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Aber wir hatten auf dem Weg nach Windhoek zum Glück nicht nur tote Tiere gesehen.

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Die Nester der Webervögel

Nach einer weiteren Nacht, ganz toll in einer Felsengrotte, in der Nähe des Gamsberg Passes, erreichten wir die Hauptstadt von Namibia, Windhoek.

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Hier genügte uns eine halbtägige Stadtbesichtigung  und der Besuch im wirklich interessanten und liebevoll eingerichteten Museum der Wüsteneisenbahn. Nach einigen Einkäufen, es wird schon weihnachtlich geschmückt, geht es nach zwei Übernachtungen weiter gen Nord-West, wieder in die Natur.

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Unser Afrikaabenteuer beginnt mit Startschwierigkeiten

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14.09.2016-19.09.2016

Startschwierigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes. Unser Flugzeug von Namibia Air hat Triebwerksschaden und muss am Flughafen Frankfurt repariert werden. Alle Passagiere werden gegen 23.00 Uhr in ein Hotel nach Bad Kissingen gebracht. Der Irrsinn dabei: Bad Kissingen liegt 170 km und 2 Fahrstunden von Frankfurt entfernt, sodass wir erst gegen 1.30 Uhr in unseren Hotelbetten liegen. Weiterflug dann erst gegen 16.00 Uhr. Landung in Windhoek um 2.00 Uhr am nächsten Morgen. Wir frieren die halbe Nacht in einer zugig- kalten Wartehalle und versuchen, leicht bekleidet (unser Hauptgepäck ist ja schon im Auto) auf Metallsitzgruppen etwas zu schlafen.

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Gegen 11.00 Uhr dann, 45-minütiger Flug nach Walvis Bay. Hier soll ja unser Auto in den nächsten Tagen per Frachtschiff anlanden. Für diese Zeit haben wir uns ein kleines Zimmer gemietet und uns die Tage mit ausgedehnten Stadtbummeln und Strandspaziergängen kurzweilig gestaltet. Der Ort liegt am Atlantik und ist eingeschlossen vom Sand und Gestein der endlos erscheinenden Namib- Wüste.

Heute nun endlich erhielten wir die ersehnte Nachricht, dass unser Auto abholbereit sei. Alles war recht aufregend, da Neuland für uns. Aber es lief super und entspannt, wir durften sogar bei der Entladung aus dem Container dabei sein.

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Die Fa. Ebert aus Hamburg, mit ihrem Deutsch sprechendem Partner hier vor Ort, hat alles prima organisiert. Großes Lob, kann man nur weiterempfehlen!

Etwas Stress kam dann erst hier im Stadtverkehr, Linksverkehr! Übernachten heute noch einmal in unserer Unterkunft. Morgen geht`s dann endlich richtig los.