Spitzkoppe, Dorob Nationalpark, Skeleton Coast und Reifenprobleme

29.09.2016 – 10.10.2016

Nach 2 Tagen in Windhoek, freuen wir uns endlich wieder in die einsame Natur eintauchen zu können. Wir verlassen die Stadt auf der C28 mit Ziel Spitzkoppe. Im Komas Hochland finden wir unseren ersten wirklich freien Übernachtungsplatz, natürlich mit tollem Blick über das Bergland und obwohl unweit der Straße, kommt erst am nächsten Morgen das erste Auto vorbei.

Das Spitzkoppenmassiv übertrifft dann wirklich unsere Erwartungen. Das ganze Gebiet ist zwar großzügig umzäunt, aber so riesig, dass dieser Umstand keinesfalls das grandiose Panorama, vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang stört. Im ganzen Gebiet gibt es weitverstreut urige Übernachtungsstellen. Wir bleiben 2 Tage, genießen und wandern, soweit es die Hitze erlaubt, etwas durch die felsige Landschaft. Dabei entdecken wir, auch ohne Führer, alte Felszeichnungen.

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Nach 4 Tagen Hitze sehnen wir uns schon wieder nach Abkühlung und fahren deshalb und ungeplant nochmals an die Atlantikküste. In Henties Bay angekommen ereilt uns ein kleiner Temperaturschock. Bei nur noch 15 Grad und steifer Briese dann doch nicht so richtig Lust auf ein kühles Bad. Wir fahren weiter nach Norden entlang der Küste, rechts die Wüste, links der Atlantik, durch den Dorob Nationalpark. Zu unserer Überraschung gibt es unzählige, offizielle Möglichkeiten zum Strand zu fahren. Diese sind hauptsächlich für Angler gedacht, was uns aber nicht davon abhalten konnte, uns hier am Strand für die Nacht niederzulassen. Den schwer “bewaffneten” Anglern war`s egal und wir hatten eine nur vom rauschen der Wellen gestörte Nacht.  Am nächsten Tag sehen wir Tausende und Abertausende Robben auf Cape Cross. Man riecht und hört sie schon von weitem.

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Der sich anschließende Skeleton Coast Park war dagegen eher eine Enttäuschung.

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Außer bei einem Schiffswrack kommt man nicht mehr an das Wasser und die meist schnurgerade Salzpiste bietet relativ wenig Abwechslung. So reicht uns ein Kaffeestopp am Wrack und nach ein paar Fotos und dem Pflichtbad im Atlantik fahren wir kurz vor Torra Bay wieder nach Osten aus dem Park heraus. Entschädigung für unsere Augen bringt dann das wunderschöne bergige Damaraland. Dort finden wir in einem trockenen Flussbett wieder einen wunderschönen Übernachtungsplatz. Eine Orix- Antilope, welche bis zur Dunkelheit in unserer Nähe nach Futter sucht, macht das Afrikafeeling perfekt.

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Das heutige Ziel, Palmwag erreichten wir nicht ohne Probleme. 20 km vor dem winzigen Ort unser überhaupt erster Plattfuß.

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Der Wechsel ging zum Glück ohne Probleme. Das böse Erwachen kam erst beim Reifenservice. Der Reifen war Schrott, also nicht mehr zu reparieren. Wir hatten den Plattfuß auf der schlechten Piste zu spät bemerkt, sodass der Reifen schon zu viel Hitze bekommen hatte. Der nächste Rückschlag folgte auf dem Fuße. Diese Reifengröße läuft in Namibia sehr selten und ist hier in der “Pampa” keinesfalls zu beschaffen. Ohne Ersatzrad weiterzufahren, wäre noch größerer Unfug als jetzt schon mit nur einem Ersatzreifen in Afrika unterwegs zu sein, Anfängerfehler! Also fahren wir ohne Ersatzrad und flauem Gefühl im Magen die 350 km bis Otjiwarongo. Dort sollen in drei Tagen zwei Reifen für uns eintreffen. Also keine Eile. Deshalb nehmen wir uns auf der wirklich sehr schönen Campsite (mit Pool!) in Kamanjab eine Auszeit. Angenehme Überraschung dort, Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen bezahlen keine Übernachtungsgebühr. Hier treffen wir zufällig eine Bekanntschaft von Windhoek mit Reisefreunden aus Belgien. Bei der Besichtigung dessen Fahrzeuges blieb uns der Mund offen. Es fehlte wirklich nichts, bis zur Waschmaschine war alles dabei.

Die Übernahme der Reifen ging dann fast reibungslos über die Bühne. Diese waren zwar dann doch erst einen Tag später verfügbar, aber das ist Afrika. Jetzt haben wir zwei Ersatzräder und einen Tire Moni und können nun beruhigter die Pisten unter die Räder nehmen. Ein Tire Moni ist eine elektronische Reifendruckanzeige. Hätten wir dieses Gerät schon bei der ersten Panne besessen, dann wäre diese Investition schon wieder eingespielt. Man lernt eben nie aus.

Da wir nun nicht ein zweites mal die selbe Strecke fahren wollten um wieder in den Norden zu gelangen, planten wir wieder einmal alles neu. Wir wollen nun nur die Strecke bis Outjo zurückfahren und dann weiter Richtung Brandberg. In Outjo legen wir im Kaffee- und Restaurant “The Farmhouse” einen Stopp ein. Das Restaurant ist eine echte Empfehlung, die Inhaberin ist Namibierin hat aber das “Restauranthandwerk” in der Schweiz erlernt und ihre überaus nette Art wirkt durch ihr Deutsch mit Schweizer Akzent auch noch sehr lustig. Neben köstlichem Kuchen gibt es auch noch freies Internet, was hier im Land nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Auf der Weiterfahrt dann ein sehr schlechtes Erlebnis. Wir mussten machtlos ansehen, wie ein Kleinbus vor unseren Augen innerhalb weniger Minuten ausbrannte. Auch der Einsatz unseres Feuerlöschers konnte das Inferno nicht aufhalten. Zum großen Glück konnten sich aber die Insassen, drei kleine Kinder und die Eltern, noch rechtzeitig aus dem Auto retten.

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Auf der ältesten Gästefarm von Namibia, der Bambatsi Gästefarm, blieben wir dann statt der geplanten einen Nacht insgesamt drei Nächte. Als besonderes Schmankerl haben wir uns an einem der Abende ein romantisches und äußerst schmackhaftes Abendessen bei der Farmerfamilie gegönnt. Als Hauptgang gab es Elandbraten aus dem eigenen “Garten”.

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Bei einer Wanderung auf eigene Faust durch das Gebiet und insgesamt drei Ansitzen zu drei verschiedenen Tageszeiten auf einem Hochsitz am farmeigenen Wasserloch, konnten wir tolle Tierbeobachtungen machen. Es ist schon ziemlich aufregend, allein und zu Fuß z. B. den riesigen Giraffen auf 50 m gegenüberzustehen. Nur bei der Entdeckung frischer Geparden Spuren wurde uns dann doch etwas mulmig, sodass der Rundumblick und der Gang automatisch intensiviert wurde.

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